08. November 2005
KRONZEUGEN – Schlachtfeld
Deutschrock ist momentan mächtig angesagt. Auch in hiesigen Landen versuchen sich immer mehr Bands an deutschen Texten. Was man aber den Kronzeugen definitiv nicht vorwerfen kann, ist, dass sie einem Trend folgen. Denn die Kronzeugen sind die Nachfolgeband der aufgelösten Zeugen Utopias. Und diese machten schon Jahre vor der aktuellen, neuen deutschen Welle, deutschsprachige Rockmusik. Ihr letztes Werk, „Wenn wir zurück sind“, war ein Schlag in die Fresse für alle Plüschs und Baschis. Und der Beweis, dass gute schweizerische Rockmusik nicht zwangsläufig englisch daher kommen muss. Früher schieden sich die Geister am Gesang von Levin Knobel, dem Zeugen-Sänger. Nicht so bei Felix Baumann, dessen Nachfolger. Denn singen kann der zweifelsohne. Weitgehend sogar frei von jeglichem Schweizer Akzent.
Der Opener „Folge jedem“ zeigt gleich die Stärken der Kronzeugen auf. Ein prägnantes, Riff, ein verworrener Text, ein eingängiger Refrain. Diese Attribute lassen sich auf praktisch alle Songs übertragen. Knackige Dreiminutensongs, angetrieben von einer herausragend gespielten Gitarre und einem äusserst kreativem Bassspiel, welches den Verzicht auf eine zweite Gitarre häufig in den Hintergrund stellt. Mit „Perfekte Lüge“ folgt dann erstmals eine kleine Verschnaufpause, bei der Felix’ Stimme hervorragend zur Geltung kommt. Das war’s dann aber auch schon mit der Ruhe. „Lamm Gottes“ ist ein klassischer, zweiminütiger Punkrocker der besten Sorte, ohne dabei die Melodie zu vergessen. Ein absolutes Highlight! Zu den Höhepunkten gesellen sich auch das höchstgradig eingängige, treibende „Marihuana“ und der von Tempiwechsel geprägte Abschluss „Die Sonne“. Leider vermögen nicht ganz alle Songs mit den genannten mitzuhalten. „Lieblingslied“ oder „Heute ist es soweit“ sind ganz nett, um nebenbei gehört zu werden, mehr aber auch nicht.
Insgesamt ist den Kronzeugen ein mehr als solides, abwechslungsreiches Deutschrock Album gelungen. Live sind die Jungs übrigens unbedingt sehenswert!
7/10
Ähnliche Interpreten:
Zeugen Utopias
Selig
Zinoba
www.kronzeugen.ch
zum Interview
Der Opener „Folge jedem“ zeigt gleich die Stärken der Kronzeugen auf. Ein prägnantes, Riff, ein verworrener Text, ein eingängiger Refrain. Diese Attribute lassen sich auf praktisch alle Songs übertragen. Knackige Dreiminutensongs, angetrieben von einer herausragend gespielten Gitarre und einem äusserst kreativem Bassspiel, welches den Verzicht auf eine zweite Gitarre häufig in den Hintergrund stellt. Mit „Perfekte Lüge“ folgt dann erstmals eine kleine Verschnaufpause, bei der Felix’ Stimme hervorragend zur Geltung kommt. Das war’s dann aber auch schon mit der Ruhe. „Lamm Gottes“ ist ein klassischer, zweiminütiger Punkrocker der besten Sorte, ohne dabei die Melodie zu vergessen. Ein absolutes Highlight! Zu den Höhepunkten gesellen sich auch das höchstgradig eingängige, treibende „Marihuana“ und der von Tempiwechsel geprägte Abschluss „Die Sonne“. Leider vermögen nicht ganz alle Songs mit den genannten mitzuhalten. „Lieblingslied“ oder „Heute ist es soweit“ sind ganz nett, um nebenbei gehört zu werden, mehr aber auch nicht.
Insgesamt ist den Kronzeugen ein mehr als solides, abwechslungsreiches Deutschrock Album gelungen. Live sind die Jungs übrigens unbedingt sehenswert!
7/10
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