Befindlichkeitsfixierte Hamburger zum Zweiten.
Ok, der leicht nölige Gesang von Marcus Wiebusch ist gewöhnungsbedürftig und ja, die Band schrammt am Pathos nicht vorbei sondern suhlt sich zuweilen geradezu darin. Meine Freundin kann mit Kettcar nichts anfangen und singt hämisch im Schlagertonfall „mach immer was dein Herz dir sagt“ (aus „48 Stunden“). Sie sagt Kitsch, ich sag schön, wer hat Recht? Muss wohl jede/r für sich selber entscheiden...

Hier eine Entscheidungshilfe: Wenn du feines, gitarrenrockiges Songwritertum à la Maritime, Weakerthans oder Death Cab For Cutie magst und dir dies auch mit deutschen Texten vorstellen kannst, dann könnte dir „Von Spatzen...“ gefallen! Wenn du das Debutalbum „Du und wie viel von deinen Freunden“ schon mochtest, dann solltest du sowieso nicht zögern. Es sei denn, du erwartest etwas komplett Neues. Veränderungen sind minimal und eher im Klangbild als im Songwriting festzustellen. Der fette Drumsound im Opener „Deiche“ etwa lässt aufhorchen, ebenso die nach Smiths klingenden Gitarren im auch sonst irgendwie mit 80ies-Indie-Pop flirtendem Song „Einer“. Leider sind nicht alle Songs derart zündend wie die beiden letztgenannten. Und Kinderchöre hör ich mir doch lieber bei den "Schlieremer Chind" an als auf einem Kettcar-Album...

6/10

Ähnliche Interpreten:
Tomte
Weakerthans
Maritime

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