kante

Ecken und Kante.
Ja, Kante-Sänger Peter Thiessen klingt und singt wie Blumfelds Jochen Distelmeyer. Nein, Kante sind nicht einfach ein Blumfeld-Abklatsch! Kante sind clever, vielleicht gar eine Spur zu clever, vor allem aber sind Kante einzigartig. Ein Album wie "Die Tiere sind unruhig" ist mir jedenfalls noch nie untergekommen. Dass Kante als Postrockband begannen, schimmert auf "Die Tiere sind unruhig" immer wieder durch, (bei nur gerade 7 Tracks bringt's die Platte dennoch auf 48 Minuten Spielzeit), die Band vermengt diesen Hintergrund jedoch geschickt mit Pop, Rock, Funk und Jazz und macht daraus Songs, denen man die Überlänge kaum je anmerkt.

Der Opener "Die Tiere sind unruhig" mischt Tomte oder auch neuere Blumfeld mit U2 oder Coldplay, ist ein Pathos-Pop-Rock-Song dessen Wirkung sich wohl nur ganz Hartgesottene entziehen können. Beim zweiten Song werden dann die Queens Of The Stoneage-Einflüsse hervor geholt. Die staubig-trockene Rockkeule steht der eher kopflastigen Band gut, weshalb man sich als Hörer freut, dass sie im dritten Song, dem achtminütigen "Nichts geht verloren", nochmals mächtig Staub aufwirbelt. Sehr schön wie hier nach rund 5 Minuten das Streichorchester auf den Sanddünen zu surfen scheint. Nach drei Songs dann ein herber Bruch. "Die grösste Party der Geschichte" ist ein locker-flockiger, funky Popsong mit Phoenix-Groove, der gar mal Platz lässt für einen Rap-Part. Eigenartigerweise funktioniert das gar nicht schlecht. "Die Wahrheit" knüpft an die Songs 2 und 3 an, mit "Ducks and Daws" folgt ein verjazztes Instrumentalstück, ehe Kante mit "Die Hitze dauert an", das vier Minuten lang etwas vor sich hin dümpelt bis es allmählich Mogwai'sche Züge annimmt, der Platte einen epischen Abschluss verleihen.

7/10

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hmm...

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