Island, was sonst?
Jón Þór Birgisson, kurz genannt Jònsi, ist Frontmann von Sigur Rós. Alex Somers ist sein Lebensgefährte. Zusammen haben sie ein Ambient-Projekt auf die Beine gestellt. Jònsi scheint ja eigentlich mit seiner Hauptband sowie seinem Soloprojekt schon ziemlich ausgelastet zu sein. Umso mehr erstaunt es, dass „Riceboy Sleeps“ nicht aus einem Haufen unfertiger Restposten besteht.

Während Sigur Ròs auf ihrem letzten Album kompakter und eingängiger denn je zuvor waren und Jònsi mit seinem Soloalbum verspielte, sogar englisch gesungene Popsongs veröffentlichte, ist „Riceboy Sleeps“ ein besinnliches kleines Gesamtkunstwerk geworden. Jònsi’s Falsettstimme ist nur einmal ganz dezent im Hintergrund zu hören.
Die langen, sphärischen Klanglandschaften sollten jeden Fan von Hammock, Stars Of The Lid oder Eluvium verzücken.

Der Opener „Happiness“ versetzt einem tatsächlich in eine Art Glückseligkeit, die schwer zu beschreiben ist. Es gelingt wohl nur ganz wenigen Musikern, solche Momente herbeizuzaubern, wie Jònsi das immer wieder tut. „Atlas Song“ verzückt mit mit einem himmlischen Chor, „Indian Summer“ klingt wie ein vertonter Sonnenuntergang an einem lauen Sommerabend. Bei „Boy 1904“ kehrt der Kinderchor wieder zurück.

Diese Platte ist zwar schon vor über einem Jahr erschienen. Wem Jónsi’s Solodebüt zu poppig war, wird mit „Riceboy Sleeps“ auf wunderbare Art das Warten bis zum nächsten Sigur Ròs Album versüsst.

Website
Myspace