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Die Alternative.
Keine Lust auf Party mit CSS? Dann setz dich auf den Balkon, mach eine Flasche Rotwein auf und leg "Real Life" von Joan As Police Woman ein. Joan, mit bürgerlichem Nachnamen Wasser, ist eigentlich klassisch ausgebildetet Violinistin, war als solche schon auf Alben von Lou Reed, Dave Gahan, Rufus Wainwright oder Antony & The Johnsons zu hören (Antony revanchiert sich nun seinerseits und steuert seine unverkennbare Stimme zu "I Defy" bei) und legt nun ihr Debutalbum als Singer/Songwriterin vor. Ein Album, das musikalisch gar nicht so einfach zu verorten ist. Manchmal klingt Joan As Police Woman, als hätten sich CocoRosie entschieden, ernsthafte Soulmusik zu spielen, andererseits ist auch eine gewisse Affinität zu Mainstream-Pop à la Sheryl Crow (für die Joan ebenfalls schon tätig war) spürbar, die wiederum von der relativ ungeschliffenen Produktion unterlaufen wird. "Indie-R&B", könnte man das nennen, wenn man denn unbedingt eine Schublade braucht.

Ihre Stimme hat Joan übrigens erst spät entdeckt. Lieber spät als nie, möchte man anfügen. Sie entzückt mit einer subtil rauchigen Note, einem leichten Kratzen und dem Gespür für den richtigen Moment zum Atemholen. Ganz so wie man das erwarten kann, wenn eine Sängerin nebst Nina Simone auch Kim Gordon (Sonic Youth) als wichtigen musikalischen Einfluss nennt.

Wenn deine Mainstream-Freunde das nächste Mal Norah Jones oder Heather Nova abspielen (oder deine Indie-Freunde zum hundertsten Mal Feist), dann leg doch einfach mal Joan As Police Woman auf und schau, was passiert. Prognose: Zustimmung allerseits.

Einen Extrapunkt hat sich Joan übrigens mit folgender Songzeile aus dem Opener "Real Life" verdient: "I've never included a name in a song / But I'm changing my ways for you, Jonathan / I need you to know that I'm real life".

Schöner wurde mein Name noch in keinem Song gehaucht...

8/10

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