Drei Briten, die leider sehr zu viel nach Hochglanz-Amerika klingen wollen.
Grunge ist tot. Und das schon seit etwa 1996. Obwohl uns Kurt Cobain-Verschnitte wie Puddle Of Mudd oder Fönwellenträger wie Nickelback immer wieder das Gegenteil beweisen wollen. Wie sich Grunge 2005 anhört, zeigen uns jetzt Inme auf. Und da dieser ja eben tot ist, tönt die ganze Sache auch nicht wirklich nach Grunge.

Allerdings ist es nicht ganz ungerechtfertigt, Inme in diese Schublade zu stecken. Denn die Stimme von Sänger Dave McPherson tönt so frappant nach Seattle in den Neunzigern, dass es ganz einfach nicht zu überhören ist. Und das ist zugleich auch die grösste Stärke von „White Butterfly“. Dave beherrscht das volle Programm, von flüsternd bis schreiend. Er ist es auch, der die Platte vor dem völligen Absturz rettet. Er und zwei Songs namens „OtherSide“ und „Chamber“. Denn der Rest ist nichts anderes als überproduzierter, amerikanischer Alternative Rock mit Grungeanleihen. Nicht schlecht, aber auch nicht besonders mitreissend. Wie man das besser macht, haben vor einiger Zeit REUBEN bewiesen.

Inme’s Debüt „Overgrown Eden“ gehört zu den Dauerbrennern in meiner Anlage. Schade, dass White Butterfly nicht da anschliessen kann. Das Potential wäre absolut vorhanden. Wenn sich das Trio beim nächste Versuch wieder mehr auf das Songwriting und auf den Song an sich konzentriert, besteht noch Hoffnung.

5/10

Ähnliche Interpreten:
Reuben
Hoobastank
Puddle Of Mudd

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