hells kitchen

Dirty Blues from Geneva...
Chris Wicky (Favez) meint zu Hell's Kitchen: "Die beste Band seit langem aus Genf!" Und auch andere Exponenten der Westschweizer Musikszene können nicht aufhören, Hell's Kitchen über den grünen Klee zu loben. Höchste Zeit also, dass das Genfer Duo (plus Gastmusiker) auch in der Deutschschweiz die nötige Aufmerksamkeit erfährt.

Der Einstieg in die Platte verläuft allerdings nicht optimal: Mit "My House" steht einer der schwächeren Songs am Anfang, der vor allem aufgrund des nöligen Zweistimmengesangs etwas nervt. Anschliessend stimmt dafür fast alles. Der zweite Song "Jack Is A Writer" brilliert mit trashiger Percussion und leidenschaftlichen Vocals, einem stoischen Kontrabasslauf und einer leicht durchgeknallten Zweitstimme. "Dance Machine" wartet dann mit Banjo und einer Slide-Gitarre auf. Natürlich fehlt auf "Doctor's Oven" auch die Blues-Harp nicht, sie nimmt bei "Stay In My Back" eine zentrale Rolle ein und soliert im Up-Tempo-Stomper "Nice" .

Mit Blues ist das ja so eine Sache. Das was hierzulande in der Regel von älteren Herren, die gerne in den USA geboren wären, als Blues aufgeführt wird, langweilt mich meist zutiefst. Umso schöner, dass mir Hell's Kitchen mit "Doctor's Oven" vor Augen führen, dass dies weniger mit dem Stil, als viel mehr mit dessen Interpretation zu tun hat. Mit dem richtigen Mass Dreck und Verzweiflung lässt sich nämlich eine Platte einspielen, die berührt und den üblichen Akkorden ganz neue Facetten abgewinnen kann. Mit "Doctor's Oven" ist Hell's Kitchen genau dies gelungen. Einziger Wermutstropfen: Auf die Dauer schleicht sich eine gewisse - genrespezifisch bedingte - Monotonie ein.

8/10

Ähnliche Interpreten:
Tom Waits
The White Stripes

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