Noise-Rocker entdecken die Melodie und etablieren sich als ernstzunehmende Alternative zu Queens Of The Stoneage.
Als ich im März Chris Wicky (Favez) im Interview fragte, welche CD's er gerade gerne hört, nannte er unter anderm die neue Harmful. Die liegt nun vor mir, bzw. dreht ihre Runden im CD-Player und ich versteh recht gut, warum Chris sich dafür begeistern konnte. Der Noise-Rock der frühen Tage lässt auf Harmful's mittlerweile siebten Platte melodische Elemente zu, was massgeblich auf das Mitwirken von Kurt Ebelhäuser, bekannt als Kopf von Blackmail und Scumbuckt, zurückzuführen ist. Er hat Harmful dazu bewegen können, statt einem ungehobelten Noise-Klotz, den sie nach der Tour mit Unsane geplant hatten, ein Album aufzunehmen, das sich auf Melodien besinnt, ohne die dreckigen Riffs wegzulassen. Wobei die Melodien oft einen gewissen orientalischen Touch aufweisen, wie etwa bei "Interiors", welches mich dadurch an die bei uns leider ziemlich unbekannten Kanadier The Tea Party erinnert.

"Sis Masis" klingt grösstenteils wie eine gewaltige Dampfwalze, die auf uns zudonnert. Harmful vergessen aber auch die ruhigeren Momente nicht, was das Album zu einer kurzweiligen Angelegenheit macht. Nur die ganz grossen Momente, die mich wirklich mitreissen, die vermiss ich ein wenig. Wobei, der Schluss von "Tempted To Complete" ist wirklich gross... Empfehlenswert.

7/10

Ähnliche Interpreten:
Blackmail
Helmet
Queens Of The Stoneage
The Tea Party

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