Britische Newcomer die zuviel wollen und zuwenig erreichen.
Es ist ja fast beängstigend, wieviele britische Bands in diesem Jahr schon vor Erscheinen bejubelte Debuts veröffentlicht haben, die sich nach Erscheinen des Jubels tatsächlich würdig erwiesen haben. Maximo Park, Bloc Party, Editors, Kaiser Chiefs etc. Da ist es eigentlich schon fast beruhigend, mit "Stars On CCTV" ein Album vor sich zu haben, das an den Vorschusslorbeeren scheitert. Oder an der Überambition, auf einem Album The Clash, Gorillaz, die frühen Blur, The Specials und einige mehr zu vereinen.

Nicht dass Hard-Fi ein völlig missratenes Album veröffentlicht hätten. Ein paar brauchbare Songs sind auf Stars on CCTV durchaus zu finden, etwa der Opener "Cash Machine" mit seiner prägnanten Melodica-Melodie und den "Robbie Williams-Streichern" im Refrain oder das simple "Gotta Reason". Aber es finden sich einfach zu viele "unstimmige" Momente auf dem Album, denen man anmerkt, dass hier auf die Schnelle versucht wurde, ein Hit-Album zurecht zu zimmern.Der Reggae-Part im zweiten Song "Middle Eastern Holiday" wirkt sowas von aufgesetzt, dass er den ganzen Song ruiniert. Auch das anschliessende "Tied Up Too Tight" hört man sich freiwillig wohl kaum öfter als zwei oder drei Mal an, das billige Synthie-Intro ist geradezu grauenhaft. Die housige Single "Hard To Beat" wird in nächster Zeit sicher manchen Dancefloor zum Kochen bringen, nach einigen Hördurchgängen entwickelt sie aber auch ein gehöriges Nerv-Potential. Und die schäbige Piano-Ballade "Move On Now" ist einer der Songs, für den die Skip-Taste erfunden worden ist. Zum Glück finden sich gegen das Ende des Albums ein paar ganz brauchbare Songs, allen voran das abschliessende "Stars On CCTV".

Nach den obligaten Auftritten bei Top Of The Pops bitte rasch zurück in den Proberaum und üben, üben, üben. An den richtigen Zutaten fehlt's nicht, nur die Rezeptur sollte noch verfeinert werden.

5/10

Ähnliche Interpreten:
Gorillaz
Kaiser Chiefs
The Clash

www.hard-fi.com