03. November 2005
HANSEN BAND - Keine Lieder Über Liebe (Grand Hotel Van Cleef/Universal)
Du hast genug von all den platzraubenden Plastikscheiben in deinem Wohnzimmer? Du möchtest tolle deutsche Bands wie Kettcar und Tomte, die angesagtesten internationalen Pop-Acts wie Coldplay und Oasis und zudem die coolsten Indie-Popper wie Death Cab For Cutie und Maritime auf einer CD? Dann hab ich hier was für dich: Die Hansen Band mit ihren Liedern, die nicht von Liebe handeln! Und die bietet gar noch mehr, nämlich einen singenden Schauspieler, einen Film zur CD und ein Buch zum Film!
Irgendwie hab ich beim ersten Durchhören ja eine gewisse Lust verspürt, diese CD so richtig mies zu machen. Von wegen Gesülze, Hype etc. Aber nach zwei, drei weiteren Hördurchläufen ist diese Lust der Erkenntnis gewichen, dass es manchmal auch ganz schön sein kann, einem schlichten (Gitarren-)Pop-Song zu lauschen, der sich schnell im Ohr festsetzt, im Wissen, dass er sich ebenso schnell von dort wieder von dannen machen wird. Klar, die Songschreiber Max Martin Schröder (a.k.a. Der Hund Marie von Olli Schulz), Thees Ulhmann (Tomte) und Marcus Wiebusch (Kettcar) beherrschen ihr Handwerk. Manchmal drängt sich das Gefühl von "das hab ich doch schon mal gehört" aber allzu penetrant auf. Wenn jeder Akkordwechsel, jede Melodie vorausahnbar ist, dann geht die Spannung selbstredend verloren. Aber als Zitatensammlung funktioniert "Keine Lieder..." hervorragend. Beim Opener "Baby Melancholie" sucht man im Geiste nach dem passenden Oasis-Song, beim Titeltrack dasselbe mit Coldplay. Beim Wiebusch-Stück "18. Stock" ist man fast sicher, den Song schon mal auf einem Kettcar-Album gehört zu haben und beim Uhlmann-Song "Frankreich" kommt mir ständig die Zeile "Und all die Dinge die da scheinen..." aus dem Tomte-Song "Schreit den Namen meiner Mutter" in den Sinn. Hänger gibt's eigentlich nur einen: "Alles Teilen" (ein Song des ansonsten nicht an der Platte beteiligten Kettcar-Bassisten Reimer Bustorff), ein reichlich lahmes Stück. Daneben finden sich ein paar ganz okaye Songs und mit "Kamera" und "Sinkflug" gar zwei kleine Instant-Hits auf dem Album.
Ach ja, die Geschichte zur CD noch ganz kurz, für die, die die letzten Monate auf dem Mars verbracht haben: Film mit Jürgen Vogel geplant, der einen Sänger spielen soll. Dazu wird eine Band gegründet mit Leuten aus dem GHVC-Umfeld, die Band nennt sich Hansen Band, geht auf die Tour. Die Film-Crew filmt mit, schneidet einen Film zusammen, die Band nimmt eine Platte auf die "Keine Lieder Über Liebe" (wie der Film...) heisst. Und ja, Vogel singt darauf. Und er macht das ganz ordentlich.
7/10
Ähnliche Interpreten:
Kettcar
Tomte
www.hansen-band.de
Irgendwie hab ich beim ersten Durchhören ja eine gewisse Lust verspürt, diese CD so richtig mies zu machen. Von wegen Gesülze, Hype etc. Aber nach zwei, drei weiteren Hördurchläufen ist diese Lust der Erkenntnis gewichen, dass es manchmal auch ganz schön sein kann, einem schlichten (Gitarren-)Pop-Song zu lauschen, der sich schnell im Ohr festsetzt, im Wissen, dass er sich ebenso schnell von dort wieder von dannen machen wird. Klar, die Songschreiber Max Martin Schröder (a.k.a. Der Hund Marie von Olli Schulz), Thees Ulhmann (Tomte) und Marcus Wiebusch (Kettcar) beherrschen ihr Handwerk. Manchmal drängt sich das Gefühl von "das hab ich doch schon mal gehört" aber allzu penetrant auf. Wenn jeder Akkordwechsel, jede Melodie vorausahnbar ist, dann geht die Spannung selbstredend verloren. Aber als Zitatensammlung funktioniert "Keine Lieder..." hervorragend. Beim Opener "Baby Melancholie" sucht man im Geiste nach dem passenden Oasis-Song, beim Titeltrack dasselbe mit Coldplay. Beim Wiebusch-Stück "18. Stock" ist man fast sicher, den Song schon mal auf einem Kettcar-Album gehört zu haben und beim Uhlmann-Song "Frankreich" kommt mir ständig die Zeile "Und all die Dinge die da scheinen..." aus dem Tomte-Song "Schreit den Namen meiner Mutter" in den Sinn. Hänger gibt's eigentlich nur einen: "Alles Teilen" (ein Song des ansonsten nicht an der Platte beteiligten Kettcar-Bassisten Reimer Bustorff), ein reichlich lahmes Stück. Daneben finden sich ein paar ganz okaye Songs und mit "Kamera" und "Sinkflug" gar zwei kleine Instant-Hits auf dem Album.
Ach ja, die Geschichte zur CD noch ganz kurz, für die, die die letzten Monate auf dem Mars verbracht haben: Film mit Jürgen Vogel geplant, der einen Sänger spielen soll. Dazu wird eine Band gegründet mit Leuten aus dem GHVC-Umfeld, die Band nennt sich Hansen Band, geht auf die Tour. Die Film-Crew filmt mit, schneidet einen Film zusammen, die Band nimmt eine Platte auf die "Keine Lieder Über Liebe" (wie der Film...) heisst. Und ja, Vogel singt darauf. Und er macht das ganz ordentlich.
7/10
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