guillemotsalbum

Hier bleibt kein Auge trocken...
Ausrutscher wie "Over The Stairs" vermeiden, und das kommende Album wird ein Knüller für Freunde von eklektischem arty Pop!

So endete mein Review der EP-Compilation "From The Cliffs", dank der im vergangenen Juni erstmals eine breitere Öffentlichkeit mit den Guillemots in Berührung kommen konnte. Mit "Through The Windowpane" liegt nun das Album vor, Ausrutscher wie "Over The Stairs" wurden vermieden und folglich haben wir es mit einem Knüller zu tun, der Freunde von eklektischem arty Pop entzücken wird!

Ok, das war jetzt zu einfach. Also etwas ausführlicher: Guillemots sparen auf "Through The Windowpane" nicht mit üppigen Arrangements, sie übertrumpfen gelegentlich gar die ähnlich gelagerten Divine Comedy. Der Himmel ist voller Geigen, Glöckchen, Bläsern, Xylophonen, die sich oft eher an klassischer Musik denn an Pop orientieren (so lassen die ersten 90 Sekunden des Openers "Little Bear" eher ein Werk von Dvořák erwarten als ein Popalbum). Perkussionisten schlagen exotische Rhythmen an. Songs dürfen – wie das abschliessende "Sao Paolo" – auch mal 11 Minuten dauern. "Through The Windowpane" ist also sicher nichts für grobschlächtige Menschen, eher für Feingeister und Geschmäckler. Letztere dürften gelegentlich leer schlucken, dann nämlich wenn sich Guillemots gefährlich nahe an George Michael oder Elton John heranwagen. Aber keine Angst, Guillemots gehören zu den Guten, sind üppig aber nie schmalzig. Mit "Made Up Lovesong #43" und "Trains To Brazil" sind übrigens die Hits von "From The Cliffs" nochmals enthalten, was nicht weiter stört, da zum einen beides grandiose Songs sind, die man gar nicht oft genug zuhause haben kann und zum anderen sowohl auf "From The Cliffs" als auch auf "Through The Windowpane" genügend weitere tolle Songs zu finden sind.

"Through The Windowpane" ist - wie man so schön sagt - grosses Kino. Gestochen scharfe Bilder, glasklare Sounds, Tränen (der Freude und des Schmerzes), Liebe, schwebende Momente, Happy End. Alles da, verpackt in 60 Minuten überschwängliche Popmusik. Sofern du nicht Rambo oder Rocky zu deinen Lieblingsfilmen zählst: zugreifen!

9/10

Ähnliche Interpreten:
The Divine Comedy
Jeff Buckley
Arcade Fire
Fauve

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