01. Juni 2006
Frisch geklaut, ist halb gewonnen...

Eine neue Kategorie für alle engagierten Leser. (Und davon haben wir ja mittlerweile einige.) Es darf behauptet, widersprochen und gegenargumentiert werden. Aber bitte, immer nett bleiben!
Jeder der selber Musik macht, kennt das Phänomen: "Yeah, ich habe einen Hit geschrieben!" Dann spielt man ihn seinen Bandkumpanen vor und die sagen nur: "Das klingt aber verdammt nach XY!"
Das musste sich wahrscheinlich auch Matt Sharp von seinen Ex-Kumpels von Weezer anhören, als er auf "Seven More Minutes" den Song "Must Be Wrong" veröffentlichte. Der erinnert nämlich nicht nur leicht an "Say It Ain't So" von Weezer...
Es gäbe hier unzählige Beispiele aufzuführen. Und es werden mit jedem neuen "kreativen" Erguss zeitgenössischer Bands mehr.
Die populäre Musik, wie wir sie hören, kommt mit gerade mal 12 Tönen aus. (HipHop sogar mit weniger, hehe).
Meine These: "Jeder Song ist entweder schon mal dagewesen, oder es ist ein schlechter Song."
Es darf diskutiert werden, und natürlich (schaden-)freuen wir uns über jedes Beispiel, das einen weiteren Melodien-Dieb entlarvt. Los geht's!



Kommentare
Dasselbe Argument könnte man dann zB. auch für Gedichte anwenden. Sind ja auch nur 26 Buchstaben im Alphabet.
Den grossen Unterschied macht die Länge. Es sind ja nicht einfach 26 Buchstaben sondern x-mal einer aus 26. Also x^26.
Genause bei den Songs: x^12.
Alleine für eine Melodie aus 10 Tönen gibts da 10^12 (1 mit 12 0en). Kombinationen. Nicht alle machen Sinn, trotzdem.
Dazu sind noch verschiedene Tonlängen, Akkorde oder andere Tonüberlagerungen, Rythmus etc. etc. nicht berücksichtigt...
12^10 = 61'917'364'224
P.S. Die Songs haben auch noch ziemlich den gleichen Beat und dasselbe Tempo.
Die Lücke in meiner Argumentation ist natürlich, wie gesagt, dass lange nicht jede Tonfolge Sinn macht. Harmonielehre und so.
Auch bei den Ryhtmen ertappt man sich als Songwriter ja immer wieder beim gleichen alten Schema (Stichwort "Schrumm").
Prinzipell gilt wohl: die Gedanken sind frei. In meiner Interpretation heisst das, dass jeder gedachte Gedanke auch von jemand anders (mit hoher W'keit) gedacht werden kann. Wo hingegen die W'keit für "neue" Gedanken je länger je mehr sinkt...