Die Foo Fighters beglücken uns gleich mit einem Doppelalbum, und beweisen, dass sie auch sanft sein können.
Dave Grohl hatte im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Foo Fighters Album immer wieder Grosses angekündigt. „In Your Honor“ soll ihr eigenes „Physical Graffity“ werden. Die eine Scheibe soll das harteste Material enthalten, das es von den Foos je zu Hören gab. Diese Aussage wurde dann jedoch schnell wieder revidiert. Zu laut waren die Riffs, zu sehr wurden die Melodien in den Hintergrund gedrängt. Und die Foo Fighters ohne Melodien, das wäre etwa wie Slash ohne Zigarette im Mundwinkel. Schlussendlich klingt die erste CD also, wie man es von den Foo Fighters gewohnt ist: Rockig, aber nicht zu hart. Gut, aber nicht unbedingt klassiker-verdächtig.

Der Titeltrack ist mit Sicherheit einer der besten Foo Fighters Songs aller Zeiten, wenn auch etwas untypisch. Dreienhalb Minuten wird eine Spannung aufgebaut, die sich in einem furiosen Punk-Finale entlädt. Es geht Schlag auf Schlag weiter. Das hitverdächtige „No Way Back“ steht der darauffolgenden ersten Single „Best Of You“ in keiner Weise nach. „It’s a shame we have to die my dear, no one’s getting out of here alive“ heisst es im nächsten Track. Ist Dave Grohl etwa unter die Philosophen gegangen? „The Deepest Blues Are Black“ lässt sogar an die vergangenen, hymnischen Grosstaten von „The Color And The Shape“ denken. Alles schön und gut, hätten sich da nicht ein paar Füller dazwischen geschlichen. Songs wie „Hell“ oder „Resolve“ sind beileibe nicht schlecht. Für Foo Fighters-Verhältnisse halt einfach zu wenig. Somit hinterlässt die rockige Disc einen etwas schalen Nachgeschmack, daran kann auch das abschliessende, vertrackte „End Over End“ nicht mehr viel ändern. Schade um die hervorragende erste Hälfte. Denn die hat gezeigt, wozu die die Jungs fähig sind.

Kommen wir zu Disc 2, die ausschliesslich aus akustischen Songs besteht. Und diese wissen durchaus positiv zu überraschen. Es wurden keine Mühen und Kosten gescheut, Stars wie Norah Jones und Josh Homme (Queens Of The Stone Age) wuden engagiert, sogar das Piano und die Mandoline des legendären John Paul Jones (Led Zeppelin) sind zu hören. Und es funktioniert. Keiner der zehn Tracks fällt ab. Dass Dave Grohl so kuschelig rocken kann, hätten ihm wohl nur wenige zugetraut.

Fazit: Einige Hits auf der ersten CD, leider aber auch ein paar Lückenfüller; auf der sparsam instrumentierten zweiten Hälfte machen die Foo Fighters jedoch wieder Boden gut. Wären ein paar überflüssige Songs weggelassen worden, um statt zwei Alben nur eines zu veröffentlichen, hätte es sogar zu ein paar Punkten mehr gereicht.

7/10

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