finalfantasy

Ein E für ein U vormachen.
Im Vorprogramm von Arcade Fire entzückte Owen Pallett aka Final Fantasy mit Geige, Loop-Pedal und seiner Stimme. Ebenso minimalistisch trat er auf seinem Debut-Album "Has A Good Home" in Erscheinung, welches sich zu einem meiner heimlichen Lieblingsalben des letzten Jahres entwickelte (heimlich nicht weil ich mich dafür schämen würde, sondern weil ich seltsamerweise immer wieder vergesse, wie gut es eigentlich ist). Mit seinem zweiten Album bewegt sich Owen Pallett nun weg vom Wohnzimmerpop à la Patrick Wolf und hin zu zeitgenössischer Klassik, wie sie etwa vom Kronos Quartet gepflegt wird. "Kammerpop", könnte man das nennen, was Owen auf "He Poos Clouds" mit Hilfe eines Streicherquartetts, Piano und Percussion anrichtet. Gesungen wird weiterhin, Palletts samtweiche Stimme droht jedoch gelegentlich in den Arrangements etwas zu sehr in den Hintergrund zu geraten. Dafür halten uns die Chöre auf Trab, die immer wieder musicalartig auf Palletts Solo-Stimme antworten, ihr etwas entgegnen oder sie unterstützen. Aber hört doch einfach selbst: "Many Lives -> 49 MP" (Ausschnitt).

"He Poos Clouds" mag nicht den Charme des Erstwerks "Has A Good Home" haben. Dafür ist es vielschichtiger und ausgeklügelter. Und es macht deutlich, dass Pallett ein ungemein ambitionierter und talentierter Musiker ist, dem die Grenzen zwischen E- und U-Musik völlig schnurze sind.

8/10

Ähnliche Interpreten:
Kronos Quartet
Patrick Wolf

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