Früher war doch eh alles schlechter.
Es ist einfach nicht fair. Fightstar haben im letzten Jahr eines der besten, wenn nicht sogar das beste Posthardcore Album überhaupt veröffentlicht. Und ein Grossteil der versnobten Indiegemeinde wehrt sich strikt dagegen, der Platte etwas Gutes abzugewinnen, weil deren Frontmann früher mal bei einer gewissen Teenie Psuedopunk Popband gesungen hat. Dabei taten Songs wie „Mono“, „Build An Army“ oder „Sleep Well Tonight“ ihr Bestes, diese Taten vergessen zu machen.

Auf „Grand Unification“ warfen Fightstar das Beste von den Deftones, Funeral For A Friend und Metal-Breakdowns à la Bullet For My Valentine in einen Topf und lieferten uns damit ein mehr als überzeugendes Reifezeugnis ab. Ganz ehrlich. Wen interessiert da noch die Vergangenheit von Charlie Simpson? Auf der neuen Platte kommt nun noch eine nicht zu überhörende Verehrung von Muse zum Vorschein, was sich vor allem an den Pianoeinsätzen wie zum Beispiel in „Floods“ äussert. Das Metal-Riffing ist nicht mehr so aufdringlich in jedem Song vorhanden wie noch auf „Grand Unification“. Trotzdem: Die Gitarren in „Deathcar“ und „Tennenhäuser Gate“ könnten geradezu von einem Pantera-Album stammen. Das einzige Manko ist meiner Meinung nach die ultrafette Produktion. Das war dann doch ein wenig zu viel des guten. Und wie tief können Gitarren eigentlich gestimmt werden?

Wer weiss, vielleicht gelingt es Fightstar mit ihrem zweiten Album, den einen oder anderen Zweifler zu überzeugen. Liebe Feinde, lasst Jugendsünden doch mal das sein, was sie sind: Vergangen und verzeihbar.

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