Es war einmal eine Band namens Busted.
Ganz richtig. Charlie Simpson war mal Sänger bei Busted. Ja genau, DIE Busted. Die unerträglichen, beschissenen, möchtegern-punkenden Rotzlöffel. Eigentlich unverzeihlich, so etwas. Aber irgendwie halt doch nicht ganz. Denn Charlie tut sein Bestes, seine Jugendsünden vergessen zu machen. Mit einer Band namens Fightstar. Und die haben musikalisch rein gar nichts mit Busted zu tun.

Eröffnet wird „Grand Unification“ mit einem Instrumental-Stück, so wie es momentan unzählige andere Rockbands tun. Schön ist’s trotzdem. Mit „Grand Unification Pt. I“ gibt’s dann gleich mächtig eins auf die Fresse. Ein straighter, harter Dreiminüter, inklusive Metallica-Riff in der Mitte. Wer hätte sowas Simpson zugetraut? Der war ja mal bei einer Band namens... Naja, wir wollen den Namen jetzt mal nicht mehr erwähnen. „Sleep Well Tonight“, der wohl beste Track des Albums, spielt gekonnt mit dem Laut-Leise Schema, das bereits von der EP bekannte „Paint Your Target“ ist der eindeutige Hit, auch wenn er arg wie Finchs „What It Is To Burn“ klingt. „Build An Army“ erinnert mit der Melodie und den geschrienen Vocals an die Deftones, bevor sich der Song zu einem Funeral For A Friend ähnlichen Monsterriff-Track entwickelt. „Lost Like Tears In The Rain“ und „Mono“ waren auch bereits auf der EP vertreten. Ersteres glänzt mit Tempiwechsel und herausragendem Dynamikspiel. Andere brauchen für einen solchen Song acht Minuten, Fightstar schaffen es in knapp vier. An „Mono“ wurde leider etwas zu viel herumgewerkelt. Bei der EP-Version noch mit bombastischem Brachialschluss ausgestattet, ist dieser Wechsel bei der neuen Version nur noch ein laues Lüftchen. Immer noch ein klasse Song, aber halt nicht mehr so herausragend wie auf der EP. Zum Schluss werden mit „Grand Unification Pt. 2“ (mit Piano und Spoken Words) und „Wake Up“ (mit gospelartigem Chor) noch einmal alle Register gezogen.

Mit „Grand Unification“ ist Fightstar ein von A bis Z perfektes Rockalbum gelungen. Die Atmosphäre, die Melodien, das Cover, das Booklet, hier stimmt ganz einfach alles. Das Emocore Album der härteren Gangart, das es in diesem Jahr zu schlagen gilt. Und das vom Kerl, der bei „Ihr wisst schon wem“ spielte!

9/10

Ähnliche Interpreten:
Biffy Clyro
Funeral For A Friend
Deftones

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