15. Mai 2005
FARIN URLAUB – Am Ende Der Sonne (Völker hört die Tonträger/Universal)
Gezeigt, dass er gute Songs und Texte schreiben kann, hat Herr Urlaub in der Vergangenheit ja schon genug. Deshalb hat er sich diesmal darauf beschränkt zu zeigen, dass er als Produzent mindestens ebenso viel drauf hat.
Die 14 Songs sind brillant arrangiert und soundtüftlerisch bis ins Detail getunt. Schade nur, dass Farin sich nicht genauso viel Mühe beim Schreiben der Lieder genommen hat. Denn diese sind textlich wie melodisch nicht gerade das Sahnehäubchen seines musikalischen Schaffens. Die Songs sind übertrieben theatralisch, um nicht das Wort pathetisch benutzen zu müssen, und zuweilen schon richtig kitschig.
Nummern wie „Apocalypse Wann Anders“ hätte man sich gleich ganz sparen können. Bestehend aus einer Flangereffekt-Bassidee, einer undefinierten Strophenmelodie und einem Refrain, den die „Erste Allgemeine Verunsicherung“ vor 15 Jahren auch so gebracht hätte.
Beim Zwischenteil von „Immer Noch“ einem wirklich anständigen Song, bekomme ich jedes Mal Gänsehaut, weil ich mich frage, wie man so etwas allen Ernstes veröffentlichen kann. Nur „Wie Ich Den Marylin-Manson-Ähnlichkeitswettbewerb Verlor“ und die zweite Hälfte von „Alle Dasselbe“ sind Überbleibsel von dem, was man beim Namen Farin Urlaub erwartet. Im Song „Dermitder“, der mitunter eines der drei Ska-Highlights von „Am Ende Der Sonne“ darstellt, ehrt Farin den Racing-Team- und Busters-Posaunist Rob Solomon, der angeblich eines Tages wortlos vor seiner Tür stand.
Die Gitarren- und Drumsounds erinnern meistens mehr an Industrialmetal, als an Punkrock und das Traurigste ist, dass Farin Urlaub auf dieser Platte nicht witzig ist. Farin U. ohne Witz ist wie Kartoffelsalat ohne Kartoffeln. Vielleicht hat Farin den Witz mehr in die Tiefe versteckt und ich hab ihn nicht gefunden? Vielleicht sind schlechte Texte und Pathos einfach nur Satire und Ironie?
Ich vermute eher er hat einfach den Spass am Basteln entdeckt, sein Augenmerk auf eine fette Produktion gelegt, was ihm auch zweifelsohne gelungen ist, aber dabei einfach die Songs vergessen.
Wie schon bei „Endlich Urlaub“ gibt Farin den Fans einen schönen Grund die CD zu kaufen, anstatt ein paar seelenlose MP3 zu saugen. Ein doppelseitig bedrucktes DigiPak mit partiellem Glanzlack, 32-seitigem Booklet und künstlerischer schwarzweiss Fotostory bieten heutzutage nicht mehr viele Bands.
Hervorragend produziert, wunderschön verpackt, leider mit zuwenig aufregendem Inhalt gefüllt, und darum geht es doch eigentlich. Deshalb nur
5/10
Ähnliche Interpreten:
Die Ärzte
WIZO
The Wohlstandskinder
www.farin-urlaub.de
Die 14 Songs sind brillant arrangiert und soundtüftlerisch bis ins Detail getunt. Schade nur, dass Farin sich nicht genauso viel Mühe beim Schreiben der Lieder genommen hat. Denn diese sind textlich wie melodisch nicht gerade das Sahnehäubchen seines musikalischen Schaffens. Die Songs sind übertrieben theatralisch, um nicht das Wort pathetisch benutzen zu müssen, und zuweilen schon richtig kitschig.
Nummern wie „Apocalypse Wann Anders“ hätte man sich gleich ganz sparen können. Bestehend aus einer Flangereffekt-Bassidee, einer undefinierten Strophenmelodie und einem Refrain, den die „Erste Allgemeine Verunsicherung“ vor 15 Jahren auch so gebracht hätte.
Beim Zwischenteil von „Immer Noch“ einem wirklich anständigen Song, bekomme ich jedes Mal Gänsehaut, weil ich mich frage, wie man so etwas allen Ernstes veröffentlichen kann. Nur „Wie Ich Den Marylin-Manson-Ähnlichkeitswettbewerb Verlor“ und die zweite Hälfte von „Alle Dasselbe“ sind Überbleibsel von dem, was man beim Namen Farin Urlaub erwartet. Im Song „Dermitder“, der mitunter eines der drei Ska-Highlights von „Am Ende Der Sonne“ darstellt, ehrt Farin den Racing-Team- und Busters-Posaunist Rob Solomon, der angeblich eines Tages wortlos vor seiner Tür stand.
Die Gitarren- und Drumsounds erinnern meistens mehr an Industrialmetal, als an Punkrock und das Traurigste ist, dass Farin Urlaub auf dieser Platte nicht witzig ist. Farin U. ohne Witz ist wie Kartoffelsalat ohne Kartoffeln. Vielleicht hat Farin den Witz mehr in die Tiefe versteckt und ich hab ihn nicht gefunden? Vielleicht sind schlechte Texte und Pathos einfach nur Satire und Ironie?
Ich vermute eher er hat einfach den Spass am Basteln entdeckt, sein Augenmerk auf eine fette Produktion gelegt, was ihm auch zweifelsohne gelungen ist, aber dabei einfach die Songs vergessen.
Wie schon bei „Endlich Urlaub“ gibt Farin den Fans einen schönen Grund die CD zu kaufen, anstatt ein paar seelenlose MP3 zu saugen. Ein doppelseitig bedrucktes DigiPak mit partiellem Glanzlack, 32-seitigem Booklet und künstlerischer schwarzweiss Fotostory bieten heutzutage nicht mehr viele Bands.
Hervorragend produziert, wunderschön verpackt, leider mit zuwenig aufregendem Inhalt gefüllt, und darum geht es doch eigentlich. Deshalb nur
5/10
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WIZO
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www.farin-urlaub.de




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