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Interpol raus, Depeche Mode rein.
Editors mussten schon immer mit dem Vorwurf leben, Kopisten zu sein. Nach Interpol würden sie klingen, nach Joy Division, Echo & The Bunnyman oder den frühen U2. Aber getreu dem Motto "lieber gut kopiert als schlecht selber gemacht" musste man selbst als notorischer Nörgler zugeben, dass die Editors auf ihren ersten beiden Alben vieles richtig gemacht hatten. Trotzdem ist der Band ihr Sound nun offenbar zu langweilig geworden, und so wurde die Gitarren gegen Synthies getauscht und mit Flood ein renommierter Produzent an Bord geholt. Den Kopisten-Vorwurf werden sie mit "In This Light And On This Evening" (Kitchenware/Musikvertrieb) nicht loswerden, dazu klingen sie nun zu sehr nach Depeche Mode (und Sänger Tom Smith zuweilen noch stärker nach Ian Curtis), hinzu kommt aber ein neuer: Dass früher alles besser war.

Aber der Reihe nach: Der Opener baut eine bedrohliche Soundkulisse auf, dümpelt aber zu lange vor sich hin. Der folgende Song "Bricks And Mortar" weiss besser zu gefallen und entfaltet dank des krautrockigen Beats eine gewisse hypnotische Wirkung. An dritter Stelle findet sich die bereits vorab veröffentlichte Single "Papillon" (Video siehe unten), die nun leider wirklich wie Depeche Mode für Arme klingt. Besonders ärgerlich ist es, wie Sänger Tom Smith seine eigentlich tolle Stimme verstellt um noch etwas düsterer zu klingen. Natürlich wird der Song in den einschlägigen Discos rauf und runter gespielt werden, gut ist er deshalb trotzdem nicht. An vierter und fünfter Stelle folgen zwei klassische Füller, Songs an die man sich beim besten Willen nicht erinnern kann und mag, ehe die Platte dann mit dem sehr atmosphärischen "The Boxer", dem bombastischen aber angenehm entspannten "Like Treasure" und dem eher schrägen "Eat Raw Meat = Blood Drool" endlich doch noch etwas in Fahrt kommt. Leider endet sie darauf genau so wie sie begann: Mit einem absolut belanglosen Song, den man sofort wieder vergessen hat...

Unterm Strich ist Editors Dritte also ein Album mit neuem Sound, was grundsätzlich begrüssenswert ist, leider aber mit wenig wirklich packenden Songs. Böse Zungen würden sagen: Eine weitere Band der Brit-Rock-Invasion, die man nach dem dritten Album abschreiben kann (siehe Franz Ferdinand, Bloc Party, Maximo Park...).

Wer selber ein Ohr voll nehmen möchte, kann sich das ganze Album derzeit hier anhören.