vantagepoint

dEUS sind erwachsen geworden.
Seit "Worst Case Scenario" und den Alternative-Hits "Suds&Soda" und "Hotellounge" (die damals noch regelmässig bei MTV zu sehen waren) ist verdammt viel Zeit vergangen. Zeit in der nicht nur ich, sondern auch dEUS erwachsen geworden sind. Die experimentellen Klänge der Frühwerke sind passé, mit "The Ideal Crash" haben sie ihr Meisterwerk bereits abgeliefert, die kreative und personelle Durststrecke (nach dem Release von "The Ideal Crash") ist durchgestanden, mit "Pocket Revolution" (2005) erschien quasi das erste Album von dEUS2.0. Gradliniger, rock- und dancelastiger sind die Songs ausgefallen. Da seither zum ersten Mal überhaupt zwischen 2 dEUS-Alben keinen Besetzungswechsel stattfand erstaunt es nicht, dass sich daran auf dem neuen Album wenig geändert hat.

So richtig zu begeistern vermag mich die neue dEUS-Formel aber nicht. dEUS sind zwar zweifelsohne eine gute und ideenreiche Rock-Band, die ganz grossen und magischen Momente jedoch, die kann ich auch beim x-ten Durchhören nicht mehr entdecken. dEUS klingen mal nach Coldplay, mal nach Depeche Mode und immer seltener nach sich selber. Vielleicht ist deshalb "Eternal Woman" mein Lieblingssong auf "Vanishing Point": Tom Barmans Stimme kommt hier besser zur Geltung und verströmt diesen typischen dEUS-Flair. Ziemlich gelungen ist auch die Kollaboration mit Karin Dreijer Andersson (The Knife) im Song "Slow", einem düster groovenden Elektro-Rocker. Eher nervig hingegen der anbiedernde und austauschbare Disco-Rocker "The Architect".

Irgendwie bezeichnend, das ich noch beim Schreiben dieser Zeilen schon wieder "The Ideal Crash" am Hören bin...

Live sind dEUS übrigens am 9. Mai in der Roten Fabrik und am 22. Juli am Paléo Festival zu sehen.

www.deus.be
www.myspace.com/deusbe