Bass, Drums und ekstatischer Gesang: mehr brauchts nicht für eine derb rockende halbe Stunde.
Wozu brauchen "harte" Rocker eigentlich Gitarren, wenn sie sie sowieso meist etliche Töne tiefer stimmen? Eben, da ist es doch konsequent, darauf zu verzichten und stattdessen die Bühne ganz dem dreckigen, fies verzerrten Bass zu überlassen. Und damit's nicht zu langweilig wird, kann man ja zwischendurch kurze Melodien einbauen. Bei 1 auf den Grundton, bei 2,3 und 4 die Melodie, so einfach ist das! Damit das dann auch richtig einschlägt, braucht es lediglich noch einen brutal nach vorne treibenden Schlagzeuger, der auch noch hysterisch kreischen und die eine oder andere Melodie von sich geben kann.

Genau das haben Death From Above 1979 vorzuweisen. Und noch mehr. Ein bisschen Percussion hier, ein paar Synthie-Klänge dort. Und ganz viel Groove. Aber nicht den langweiligen, soulig-funkigen Groove, wie wir ihn aus Funk und Fernsehen kennen. Nein, den dreckigen, verschwitzten, wie er dort stattfindet, wo wir eigentlich gar nicht hindürfen. Und Hits haben sie! "Romantic Rights" etwa, der jede Tanzfläche zum Kochen bringt. Oder "Blood On Our Hands", dessen Stop'n'Go-Anfang und das anschliessende Bass-Riff sich unweigerlich als Höhepunkt des Albums entpuppen.

"You're A Woman..." erscheint hierzulande offiziell mit beträchtlicher Verspätung, Nordamerika hatte seit bald einem Jahr das Vergnügen. Dafür gibt's wie in solchen Fällen üblich eine Bonus-CD. Remixe, Live-Songs und der ganze Kram. Ganz nett. Hilft aber nicht, die Note über eine 7 zu hieven. Denn: so druckvoll und aufregend DFA 1979 auch sein mögen, irgendwann machen sich bei mir leichte Ermüdungserscheinungen breit. Zum Glück haben DFA 1979 das antizipiert und dem Album eine knackige Länge von 35 Minuten verpasst. So lange kann ich die Luft gerade noch anhalten!

7/10

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