08. November 2006
CONVERGE - No Heroes (Epitaph/Phonag)
Mit ihrem letzten Album "You Fail Me" landeten Converge bei mir einen Überraschungserfolg. Ich kannte die Band zuvor nur vom Namen her, die morbide Atmosphäre des Albums, der kaputte Sound, gepaart mit den hektisch-chaotischen Ausbrüchen faszinierte mich jedoch vom Fleck weg und mittlerweile gehört das Album, das ich zuerst in der Schublade "interessant aber unhörbar" versorgen wollte, zu meinen liebsten Platten im vertrackt-harten Segment. Nun steht mit "No Heroes" der Nachfolger in den Regalen und der setzt die Akzente etwas anders. Das stumpfe Beil wird gegen die spitze Klinge ausgetauscht und Converge stechen blitzschnell zu. Die ersten 4 Songs dauern gerade mal knapp 5 Minuten, kurze spastisch zuckende Hardcore/Metal-Brocken werden uns da vor die Füsse geknallt. Track Nr. 5, "Weight Of The World", dauert ebenfalls nur 85 Sekunden, drosselt aber das Tempo, setzt stattdessen auf bedrohliche Atmosphäre und entpuppt sich schliesslich als Intro zum anschliessenden Titeltrack "No Heroes", der erstmals die 4-Minuten-Grenze knackt.
Gesanglich bietet "No Heroes" (das Album, nicht der Song) ein Novum im Converge'schen Universum, denn im fast zehnminütigen "Grim Heart / Black Roses" singt Gastsänger Jonah Jenkins (Ex-Only Living Witness, Raw Radar War) und rückt Converge damit einen Moment lang in Richtung Black Sabbath (zu Ozzy-Zeiten). Ansonsten kotzt sich Jacob Bannon (der auch wieder fürs gelungene Artwork verantwortlich zeichnet) wie üblich die Seele aus dem Leib. Gitarrist und Produzent Kurt Ballou (mischt demnächst übrigens das neue Album der Lausanner Kruger) hat Converge einmal mehr mit einem fantastischen Sound ausgestattet, druckvoll und doch transparent, weit weg vom üblichen Metalcore-Brett. Das Schlagzeug klingt wie ein echtes Schlagzeug, die Gitarren kratzen ordentlich. Keine Selbstverständlichkeit mehr, seit die ewiggleich klingenden, glatt-gebügelten US-"Emo"-Bands den Markt beherrschen!
Zugegeben, man muss ein Flair für Krach haben um "No Heroes" und Converge generell hören zu können. Einmal mehr werden Converge zwischen Stuhl und Bank fallen, Metallern zu schräg sein, Indie- und Emo-Kids (viel) zu hart, Hardcore-Hörern zu kompliziert. Wer sich über Genregrenzen hinweg mit Musik beschäftigt, nichts dagegen hat, sich gelegentlich musikalisch mal richtig die Fresse verhauen zu lassen und dabei sogar noch das Gehirn benutzen möchte: Bitteschön, zugreifen.
8/10
Ähnliche Interpreten:
The Dillinger Escape Plan
Coalesce
Botch
www.convergecult.com
Gesanglich bietet "No Heroes" (das Album, nicht der Song) ein Novum im Converge'schen Universum, denn im fast zehnminütigen "Grim Heart / Black Roses" singt Gastsänger Jonah Jenkins (Ex-Only Living Witness, Raw Radar War) und rückt Converge damit einen Moment lang in Richtung Black Sabbath (zu Ozzy-Zeiten). Ansonsten kotzt sich Jacob Bannon (der auch wieder fürs gelungene Artwork verantwortlich zeichnet) wie üblich die Seele aus dem Leib. Gitarrist und Produzent Kurt Ballou (mischt demnächst übrigens das neue Album der Lausanner Kruger) hat Converge einmal mehr mit einem fantastischen Sound ausgestattet, druckvoll und doch transparent, weit weg vom üblichen Metalcore-Brett. Das Schlagzeug klingt wie ein echtes Schlagzeug, die Gitarren kratzen ordentlich. Keine Selbstverständlichkeit mehr, seit die ewiggleich klingenden, glatt-gebügelten US-"Emo"-Bands den Markt beherrschen!
Zugegeben, man muss ein Flair für Krach haben um "No Heroes" und Converge generell hören zu können. Einmal mehr werden Converge zwischen Stuhl und Bank fallen, Metallern zu schräg sein, Indie- und Emo-Kids (viel) zu hart, Hardcore-Hörern zu kompliziert. Wer sich über Genregrenzen hinweg mit Musik beschäftigt, nichts dagegen hat, sich gelegentlich musikalisch mal richtig die Fresse verhauen zu lassen und dabei sogar noch das Gehirn benutzen möchte: Bitteschön, zugreifen.
8/10
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