23. September 2005
COHEED AND CAMBRIA – Good Apollo: I’m Burning Star IV Volume One: From Fear Through The Eyes Of Madness (Equal Vision/Sony BMG)
Keine andere Platte hatte ich in diesem Jahr so sehnlichst erwartet wie der Drittling von Coheed And Cambria. Im letzten Jahr erschien, mit beinahe einem Jahr Verspätung, das Zweitwerk „In Keeping Secrets Of Silent Earth: 3“ in Europa. Vielerorts, so auch in meiner persönlichen Liste, war dieses Werk die Platte des Jahres. Eine Band, die so gekonnt Progrock, Emocore und Popmelodien verbindet, hatte es bis dahin nicht gegeben. So ein Album macht keine Band ein zweites Mal. Das war eigentlich ohnehin schon klar. Aber dann schraubte die Band die Erwartungen selber wieder nach oben. Schon zwei Monate vor der offiziellen Veröffentlichung war auf der Band-Homepage „Welcome Home“ zu hören. Um es vorweg zu nehmen: Dieser Track überragt den Rest von „Good Apollo“.
Eröffnet wird wie gewohnt mit einem orchestralen, an Filmmusik erinnernden Intro. Diesmal werden die Intros von den ersten beiden Alben zu einem vermischt. Ein gelungener Beginn. Vor allem in Anbetracht darauf, dass es sich um ein Konzeptalbum handelt, dessen Story aus einer Science-Fiction Lovestory besteht. Weiter geht es mit dem akustischen „Always And Never“. So richtig los geht es dann aber erst mit dem bombastischen, sechsminütigen „Welcome Home“. Klingt wie eine Mischung aus dem Titeltrack der letzten Platte, „Kashmir“ von Led Zeppelin und, ich wage es kaum zu sagen, Nightwish. Aber keine Angst, Coheed And Cambria haben sich zum Glück nicht dem Opern-Metal verschrieben. Wie bereits erwähnt, dieser Track schlägt alle darauf folgenden um Meilen. Und das ist schade. Wurden geniale Ideen auf dem Vorgänger noch beinahe im Minutentakt aus dem Hut gezaubert, beschränken sie sich hier auf eine übersichtlichere Menge. Dass dies immer noch mitunter zum Besten gehört, was die aktuelle Rockszene zu bieten hat, braucht wohl nicht weiter erläutert zu werden.
Coheed And Cambria sind Meister in der Kunst, Ohrwurm-Melodien harmlos klingen zu lassen. Wer sich allerdings ein wenig eingehender mit den Lyrics beschäftigt, stellt fest, dass dem keineswegs so ist. Zu der Geschichte wollen wir an dieser Stelle keine Worte verlieren. Denn die alleine ist schon genug komplex, um mindestens eine Seite zu füllen (siehe Details zur Story). Nur soviel sei gesagt: Es geht um Mord und Totschlag, böse Generäle, Kriege usw. Als Beispiel sei hier das vermeidlich gut gelaunte „From Fear Through The Eyes Of Madness“ genannt, einem weiteren Highlight dieser Platte. Dieses wiederum ist Bestandteil des vierteiligen, 30-minütigen „The Willing Well“. Diese vier Songs sind, neben dem Titelsong von „In Keeping Secrets“, das Progressivste, was man von C&C bisher zu Hören kriegte. Dieser Vierteiler mündet schliesslich in der Led Zeppelin / Pink Floyd Verbeugung „The Final Cut“.
Was einem doch relativ offensichtlich ins Auge bzw. ins Ohr springt, ist die Tatsache, dass Coheed And Cambria beginnen, sich selbst zu kopieren. Neben “Welcome Home“, welches einige Parallelen zu „In Keeping Secrets Of Silent Earth: 3“ aufweist, erinnert z.B. „Crossing The Frame“ sehr an „A Favour House Atlantic“. Der Teil „Now listen well, will you marry me?“ aus wurde sogar 1:1 von “Three Evils” übernommen, natürlich mit anderem Text. Und noch etwas hat sich verändert. Der Emo-Anteil ist inzwischen verschwindend klein. Beim Debüt wären C&C noch getrost als Emorock durchgegangen. Inzwischen ist es wohl am treffendsten, das Gehörte einfach als anspruchsvollen, abwechslungsreichen Rock zu bezeichnen.
Das erhoffte, alles in den Schatten stellende Jahrhundertwerk ist Coheed And Cambria dieses Mal nicht gelungen. Aber ehrlich gesagt, ein Album wie „In Keeping Secrets Of Silent Earth: 3“ bringt eine Band wohl nur einmal im Leben zustande. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung der Story.
8/10
Ähnliche Interpreten:
Circa Survive
The Mars Volta
Sparta
Led Zeppelin
Biographie
Die Story zur Musik
Band Homepage
Eröffnet wird wie gewohnt mit einem orchestralen, an Filmmusik erinnernden Intro. Diesmal werden die Intros von den ersten beiden Alben zu einem vermischt. Ein gelungener Beginn. Vor allem in Anbetracht darauf, dass es sich um ein Konzeptalbum handelt, dessen Story aus einer Science-Fiction Lovestory besteht. Weiter geht es mit dem akustischen „Always And Never“. So richtig los geht es dann aber erst mit dem bombastischen, sechsminütigen „Welcome Home“. Klingt wie eine Mischung aus dem Titeltrack der letzten Platte, „Kashmir“ von Led Zeppelin und, ich wage es kaum zu sagen, Nightwish. Aber keine Angst, Coheed And Cambria haben sich zum Glück nicht dem Opern-Metal verschrieben. Wie bereits erwähnt, dieser Track schlägt alle darauf folgenden um Meilen. Und das ist schade. Wurden geniale Ideen auf dem Vorgänger noch beinahe im Minutentakt aus dem Hut gezaubert, beschränken sie sich hier auf eine übersichtlichere Menge. Dass dies immer noch mitunter zum Besten gehört, was die aktuelle Rockszene zu bieten hat, braucht wohl nicht weiter erläutert zu werden.
Coheed And Cambria sind Meister in der Kunst, Ohrwurm-Melodien harmlos klingen zu lassen. Wer sich allerdings ein wenig eingehender mit den Lyrics beschäftigt, stellt fest, dass dem keineswegs so ist. Zu der Geschichte wollen wir an dieser Stelle keine Worte verlieren. Denn die alleine ist schon genug komplex, um mindestens eine Seite zu füllen (siehe Details zur Story). Nur soviel sei gesagt: Es geht um Mord und Totschlag, böse Generäle, Kriege usw. Als Beispiel sei hier das vermeidlich gut gelaunte „From Fear Through The Eyes Of Madness“ genannt, einem weiteren Highlight dieser Platte. Dieses wiederum ist Bestandteil des vierteiligen, 30-minütigen „The Willing Well“. Diese vier Songs sind, neben dem Titelsong von „In Keeping Secrets“, das Progressivste, was man von C&C bisher zu Hören kriegte. Dieser Vierteiler mündet schliesslich in der Led Zeppelin / Pink Floyd Verbeugung „The Final Cut“.
Was einem doch relativ offensichtlich ins Auge bzw. ins Ohr springt, ist die Tatsache, dass Coheed And Cambria beginnen, sich selbst zu kopieren. Neben “Welcome Home“, welches einige Parallelen zu „In Keeping Secrets Of Silent Earth: 3“ aufweist, erinnert z.B. „Crossing The Frame“ sehr an „A Favour House Atlantic“. Der Teil „Now listen well, will you marry me?“ aus wurde sogar 1:1 von “Three Evils” übernommen, natürlich mit anderem Text. Und noch etwas hat sich verändert. Der Emo-Anteil ist inzwischen verschwindend klein. Beim Debüt wären C&C noch getrost als Emorock durchgegangen. Inzwischen ist es wohl am treffendsten, das Gehörte einfach als anspruchsvollen, abwechslungsreichen Rock zu bezeichnen.
Das erhoffte, alles in den Schatten stellende Jahrhundertwerk ist Coheed And Cambria dieses Mal nicht gelungen. Aber ehrlich gesagt, ein Album wie „In Keeping Secrets Of Silent Earth: 3“ bringt eine Band wohl nur einmal im Leben zustande. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung der Story.
8/10
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