09. Februar 2006
CLOR - s/t (Capitol/EMI)
Intro:
Mark Mothersbaugh. Kennt den jemanden? Richtig, der war mal Kopf der New Wave-Genies/Pop-Experimentierer Devo und zeichnet sich in jüngerer Zeit durch seine hervorragenden Soundtracks aus (u.a. zu "The Life Aquatic With Steve Zissou" oder "The Royal Tenenbaums"). Er scheint fundamentales Pop-Wissen mit einem Faible für elektronische Musik zu paaren; eine Eigenschaft die auch den Protagonisten dieser Rezension - Clor - zugeschrieben werden kann.
Main:
Es gibt sie also doch noch, diese Songs die man am Radio hört und denkt: Wow, hat was! "Love + Pain" von Clor ist so einer. Lief in den letzten Wochen ständig auf 3fach. Das tolle daran: Er passt zwar in die angesagte Disco-Rock-Schublade, hat aber auch was sehr eigenes. Das dünne, quengelige Stimmchen und die Melodieführung im Refrain erinnern mich an die englische Indie-Rock-Band Seafood, die Instrumentierung ist aber deutlich elektronischer. "Indietronics" nennen das die Experten, eine Wortschöpfung die Clor aber nur unzureichend beschreibt, da sie eine wichtige Komponente von Clor's Musik - nämlich den Pop - aussen vor lässt.
Clor-Songs klingen meist so: Gitarren entfalten sich auf einem tanzbaren Fundament aus Drumcomputer und Synthies, darüber singt der Sänger niedliche Melodien. Ganz besonders gut gelingt ihnen das bei den ersten vier Songs "Good Stuff", "Outlines", dem bereits erwähnten "Love + Pain" und "Hearts On Fire". Dass Clor aber mehr können, als nur zum Tanz zu bitten, zeigen sie uns im anschliessenden Song "Gifted", einer niedlichen Ballade mit Akustik-Gitarre, die fast schon Pavement'sche Züge annimmt.
Auch wenn nicht alles stimmig ist auf dem Album und es gegen Schluss etwas verwässert: Immer lugt da ein fundiertes Pop-Verständnis und eine Melodieseligkeit zwischen den Songs hervor, was es einem leicht macht, das Album sogleich ins Herz zu schliessen und - in Zeiten von ca. 50 interessanten Veröffentlichungen pro Woche nicht unwesentlich - es wiederholt anzuhören und immer wieder neue Facetten zu entdecken.
Outro:
8/10
Ähnliche Interpreten:
Devo
Camp
Soulwax
www.clor.co.uk
Mark Mothersbaugh. Kennt den jemanden? Richtig, der war mal Kopf der New Wave-Genies/Pop-Experimentierer Devo und zeichnet sich in jüngerer Zeit durch seine hervorragenden Soundtracks aus (u.a. zu "The Life Aquatic With Steve Zissou" oder "The Royal Tenenbaums"). Er scheint fundamentales Pop-Wissen mit einem Faible für elektronische Musik zu paaren; eine Eigenschaft die auch den Protagonisten dieser Rezension - Clor - zugeschrieben werden kann.
Main:
Es gibt sie also doch noch, diese Songs die man am Radio hört und denkt: Wow, hat was! "Love + Pain" von Clor ist so einer. Lief in den letzten Wochen ständig auf 3fach. Das tolle daran: Er passt zwar in die angesagte Disco-Rock-Schublade, hat aber auch was sehr eigenes. Das dünne, quengelige Stimmchen und die Melodieführung im Refrain erinnern mich an die englische Indie-Rock-Band Seafood, die Instrumentierung ist aber deutlich elektronischer. "Indietronics" nennen das die Experten, eine Wortschöpfung die Clor aber nur unzureichend beschreibt, da sie eine wichtige Komponente von Clor's Musik - nämlich den Pop - aussen vor lässt.
Clor-Songs klingen meist so: Gitarren entfalten sich auf einem tanzbaren Fundament aus Drumcomputer und Synthies, darüber singt der Sänger niedliche Melodien. Ganz besonders gut gelingt ihnen das bei den ersten vier Songs "Good Stuff", "Outlines", dem bereits erwähnten "Love + Pain" und "Hearts On Fire". Dass Clor aber mehr können, als nur zum Tanz zu bitten, zeigen sie uns im anschliessenden Song "Gifted", einer niedlichen Ballade mit Akustik-Gitarre, die fast schon Pavement'sche Züge annimmt.
Auch wenn nicht alles stimmig ist auf dem Album und es gegen Schluss etwas verwässert: Immer lugt da ein fundiertes Pop-Verständnis und eine Melodieseligkeit zwischen den Songs hervor, was es einem leicht macht, das Album sogleich ins Herz zu schliessen und - in Zeiten von ca. 50 interessanten Veröffentlichungen pro Woche nicht unwesentlich - es wiederholt anzuhören und immer wieder neue Facetten zu entdecken.
Outro:
8/10
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www.clor.co.uk




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