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Indie-Rock-Version der "Vom Tellerwäscher zum Millionär"-Geschichte.
The American Dream: Eine gänzlich unbekannte Band nimmt ein Album auf, dieses wird von diversen Onlinemagazinen (darunter Pitchfork) wohlwollend rezensiert und kurz darauf sind 20'000 Stück verkauft. Alle von der Band selbst eingetütet und verschickt, denn Label oder Vertrieb gibt's nicht... Was viele Bands nur zu träumen wagen, wurde für Clap Your Hands Say Yeah zur Wirklichkeit. Woran das liegen mag? Erstens: Am Bandnamen. Der sitzt. Und zweitens: An der Stimme. Die klingt als ob David Byrne's gestörter Zwillingsbruder ans Mikrofon gesetzt worden wäre.

Drittens ist da noch die Musik: Verschrobener, folkiger Indie-Rock, gleichermassen von der neueren Indie-Schiene à la Modest Mouse wie älteren Helden wie David Bowie oder Velvet Underground beeinflusst. "The Skin Of My Yellow Country Teeth" lädt zum Tanzen ein und bezaubert mit einer niedlichen, minimalistischen Gitarrenmelodie. "Heavy Metal" rockt mit Mundharmonika, verzerrtem Bass und Schellenkranz nach vorne. Fans der gleichnamigen Stilrichtung werden daran aber keine Freude haben, Gefallen finden hingegen die, die sich vorstellen können, dass sich Bob Dylan und David Byrne gemeinsam betrinken und daraufhin eine Indierock-Band gründen.

Klar, an der Stimme von Alec Ounsworth werden sich die Geister scheiden. Manchmal stösst sein Gejaule und Genäsel an die Grenze des Erträglichen. Aber er sorgt dafür, dass das Album über das notwendige Quentchen Einzigartigkeit verfügt, um aus der Masse von guten Veröffentlichungen rauszustechen. Und in den tieferen Tonlagen, in denen der Gesang weniger flatternd daher kommt - etwa bei "Over And Over Again (Lost And Found)"
oder der melancholischen Ballade "Details Of The War" (Interpol meets Lou Reed) - entfaltet sein Organ gar eine ganz eigenwillige Anziehungskraft. Wer noch zögert: hier
gibt's ein weiteres Müsterchen.

8/10

Ähnliche Interpreten:
Arcade Fire
David Bowie
Talking Heads

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