Sparsam instrumentiert, mit viel Gefühl und ohne jeglichen Kitsch. Der Oldtimer überzeugt auf seinem neuen Album.
„Nase rümpfen“ gibt hässliche Falten und ist ausserdem bei diesem Album sowieso nicht angebracht. Die jüngeren Semester mögen einige Vorurteile gegenüber einem alten Sack wie Bruce Springsteen haben und einige davon zu Recht. Der Liebhaber von Indiemusik möchte heute möglichst von 80er Jahre Musik verschont bleiben und macht auch einen grossen Bogen um die oftmals recht überladenen Weichspühl-Kitsch-Balladen-Streichorchester-Pop-CDs von Herrn Springsteen. Aber alle paar Dekaden schenkt er uns eine überzeugende Folk-CD (Nebraska / The Ghost of Tom Joad), wo er ausnahmsweise auf all den Firlefanz verzichtet und völlig schlichte aber wunderschöne Musik macht. So auch zu hören auf „Devils & Dust“.

Ohne einen klaren Hit aufzuweisen, überzeugt das Album als Ganzes. In Melancholie schwelgende, sparsam instrumentierte Lieder, die berühren. Meistens ganz akustisch mit Stimme, Gitarre und wohldosierter musikalischer Unterstützung im Hintergrund (Black Cowboys, Silver Palomino, Reno), mal etwas lüpfigere Folk-Country-Musik (Maria’s Bed, All I’m Thinking About) aber auch mal richtig poppig (Long Time Comin’). Ein überaus empfehlenswertes Album für die ruhigeren Stunden im Leben.

7/10

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