Der Cowboy entzückt schon wieder mit einem abwechslungsreichen und humorvollen Album.
Seit seinem ersten Album „Who Need Pictures“ kann Brad Paisley einen stetigen Fanzuwachs in seinem Heimatland (USA) verzeichnen. Seine Popularität steigt und steigt und gipfelte mit dem letzten Album „Mud On Tires“ in unzähligen Auszeichnungen und Grammys. Sein ganz eigenes Rezept für zeitgemässe Countrymusik behält er konsequent bei, verfeinert und perfektioniert es aber stets. Während die meisten seiner Country-Kollegen den Musikstil und die ganze Szene bierernst nehmen und durch patriotisches Gebare ihre Verwurzlung im traditionellen Amerika kundtun, so besinnt sich Brad Paisley auf die Musik, welche er durch eine grosse Portion Humor verfeinert. Bei einem Brad Paisley Album wusste man bis jetzt, was man kriegt. Das hat sich glücklicherweise auch mit „Time Well Wasted“ nicht geändert. Viele Uptempo-Nummern mit genial-komischen Lyrics, schmerzerfüllte Liebesballaden, traditionelle Stücke mit Banjo, Duette mit Country-Legenden, und das obligatorische Instrumental ist auch dabei. Alles gut? Beinahe...

Brad Paisley lässt die Konkurrenz weit hinter sich, schafft es aber leider nicht, der Klasse vom Vorgängeralbum noch eins drauf zu setzen. „Time Well Wasted“ hat alles, was „Mud On Tires“ auch hatte. Nur war das Meiste auf „Mud On Tires“ noch ein Quäntchen genialer. „The World“, ein überaus fröhliches Liebeslied, eröffnet die CD rasant. Danach folgt die erste Singleauskopplung „Alcohol“, welche ebenfalls auf Anhieb gefällt, obwohl ich mich natürlich gar nicht mit dem Text indentifizieren kann: „Some of the best times you'll never remember with me - alcohol“. „Waitin’ On A Woman“ hat die Steel-Gitarre und Streicher. „I’ll Take You Back“ versprüht Humor und macht auch noch den müdesten Siebenschläfer wieder fit bzw. nervös. Auch „You Need A Man Around Here“ (to change the channel and drink the beer) animiert zum vergnügten Schenkelklopfen. Mit „ When I Get Where I'm Going“ folgt das obligate Duett – dieses mal mit Dolly Parton. Im Instrumental „Time Warp“ dürfen Brad und seine Freunde auch dieses Mal wieder beweisen, welch begnadete Musiker sie sind. 4 Minuten lang toben sie sich aus und solieren, was das Zeug hält. Leider ist das Ganze stellenweise etwas jazzig geraten, was mir persönlich nicht so zusagt. Der Song „Time Well Wasted“ läutet das Ende des Albums ein und setzt sich gleichzeitig hartnäckig im Ohr des Hörers fest. Danach folgen einige überflüssige, gesprochene Comedy-Tracks, und ein kurzes, ebenso überflüssiges Schlusswort von William Shatner.

Brad Paisley präsentiert sich auch im Jahr 2005 in bester Form. Wer sich nicht zu schade ist, raus zu finden, wie zeitgemässe und abwechslungsreiche Countrymusik klingt, dem sei „Time Well Wasted“ wärmstens empfohlen. Zwar dauert die CD ganze 60 Minuten, jedoch ist jede Minute davon time well wasted.

8/10


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