05. Oktober 2011
BLINK-182 - Neighborhoods
To put it simply, we're back. Mit diesen Worten überraschten Tom De Longe, Mark Hoppus und Travis Barker das Publikum bei der Grammy Verleihung 2009. Acht Jahre sind vergangen, seit Blink-182 uns mit ihrem letzten, selbstbetitelten Album überrascht, vielleicht sogar ein wenig begeistert haben. Die drei Rotzlöffel, die früher mit Furzwitzen über deine Mutter und albernen, aber witzigen Musikvideos auf sich aufmerksam machten, waren tatsächlich fähig, ein erwachsenes, reifes Album aufzunehmen. Sogar ein Duett mit Robert Smith, das mehr nach The Cure als nach Poppunk klang, war mittlerweile möglich.
Danach kam der grosse Schnitt. Tom verkrachte sich mit Mark und Travis, sprach nur noch mittels Rechtsanwalt mit den beiden, Blink legten eine Pause auf unbestimmte Zeit, wie es so schön heisst, ein. Tom widmete sich fortan seinem pathostriefenden Projekt Angels & Airwaves, Mark und Travis punkrockten als +44 weiter. Während Angels & Airwaves es auf stolze drei Alben brachte, beliessen es +44 bei einem. Es brauchte vor zwei Jahren einen Flugzeugabsturz, den Travis Barker nur ganz knapp überlebte, um die drei Entfremdeten das erste Mal seit Jahren wieder an einen Tisch, bzw. ein Spitalbett, zu bringen. Und so beschlossen sie, Blink-182 wieder ins Leben zu rufen. Die Gründe dafür seien mal dahingestellt. Sicher nicht unschuldig daran ist der ausbleibende Erfolg der neuen Projekte.
Nun ist es also da, das neue Album. "Neighborhoods" heisst es. Und es klingt so, wie es in etwa zu erwarten war. Es gibt Pathos wie bei AVA, es gibt Punkrock wie bei den frühen Blink sowie +44, es gibt grandiose Drumparts von Travis Parker. Und es gibt einige Hits, so wie z.B. das grossartige "Kaleidescope". Trotz trägt das Gehörte einen komischen Beigeschmack. Zumindest für diejenigen, die wissen, dass diese Platte nicht zusammen in einem Studio, sondern von jedem einzeln, in ihrem jeweiligen Zuhause, eingespielt wurde. Ob so wiederentflammte Freundschaft aussieht? So klingt ein Teil der Songs dann auch ein bisschen lieblos zusammengeschustert. So zum Beispiel die Single "Up All Night". Blink-182 sind ganz einfach die falsche Band für ein aufgesetztes Heavy-Gitarrenriff.
Was bleibt, ist ein Album, das zeitweise Spass macht. In ihren besten Momenten fügen DeLonge, Hoppus und Barker nahtlos an ihre besten Tage an. In den schlechtesten ("After Midnight", "Love Is Dangerous) wünsche ich mir die infantilen Skaterkids zurück. Oder Box Car Racer…
www.blink182.com




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