THE BLACK HEART PROCESSION - The Spell (Touch And Go/Namskeio)
Das altehrwürdige Chicagoer Label Touch And Go (u.a. Slint, Shellac, CocoRosie, Girls Against Boys u.v.v.m.) feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Wie es sich gehört, veranstaltet das Label eine zünftige Sause mit einem Line-Up, das es in sich hat. Wer vor Neid erblassen möchte, hier klicken. Aber auch "releasetechnisch" gehen T&G dieses Jahr in die Vollen. Eben erst wurde ein neues Calexico-Album veröffentlicht (für Europa wurde es von City Slang lizenziert) und mit "The Spell" steht bereits das nächste Highlight an.
The Black Heart Procession, die mit "The Spell" bereits ihr fünftes Album vorlegen, hätten sich keinen passenderen Bandnamen geben können. Düster bis tiefschwarz ist die Stimmung die sie vermitteln und ihre Songs betreten prozessionsgleich das Herz bzw. das Gemüt des Hörers. Mit schwermütigen Piano-Klängen, leidenden Streichern und Pall Jenkins wehklagender Stimme (die manchmal fast ein wenig nach Ozzy Osbourne klingt) lullen uns Black Heart Procession ein, ziehen uns wie die Kreise und Spiralen im Booklet in ihren Bann und bescheren ein "Hörvergnügen" der anderen Art. Musikalisch beackern Black Heart Procession ihr ganz eigenes, karges Feld, auf dem die halbverdorrten und von rockigem Unkraut überwachsenen Soul- und Folk-Blümchen jegliche Hoffnung auf ein Gepfücktwerden aufgegeben haben. "Places" lässt Lou Reeds "Perfect Day" anklingen, "GPS" und "The Fix" wissen mit prägnanten Gitarrenriffs zu gefallen und "The Letter" streift das Genre der schmalzigen 60s-Soul-Ballade. Inhaltlich dominieren Themen wie Verzweiflung, Einsamkeit und die Liebe als Unheilsbringer. "I have waited all these years here in the snow, I have waited for a spring that never came" singt Jenkins im Song "The Waiter#5". Oder im unterkühlten Slow-Core von "Return To Burn" heisst es: "I watch the sky turn grey, I am frozen".
"The Spell", das sind die dunklen Wolken, die an einem Sommertag am Himmel aufziehen, die ersten Regentropfen die fallen und dir vor Augen führen, dass der Sommer nicht ewig währt. "The Spell" ist die Platte, die aufgelegt werden sollte, wenn man die passende Musik zu Leonard Cohens Songzeile "We're ugly but we have the music" sucht.
Eine (im Vergleich zum Rest des Albums relativ optimistisch gelaunte) Hörprobe findet ihr hier: "Not Just Words"
(MP3), "Not Just Words" (Video)8/10
Ähnliche Interpreten:
Afghan Whigs
Arab Strap
Nick Cave
www.blackheartprocession.com




Kommentare