Billy büsst von seinem Talent ein.
Man mag sie oder man mag sie nicht. Die Stimme von Benjamin Kowalewicz, Sänger von Billy Talent. Wir sind hier aber ein Musikmagazin, also enthalte ich mich offiziell der Stimme. Sagen wir einfach, sie ist äusserst speziell.

„Devil In A Midnight Mass“ ist ein absoluter Hammersong. Chris Wicky von Favez (schon wieder ein Zitat von ihm) verriet mal, dass bei ihnen der beste Song immer am Anfang des Albums stehe. Das bringt natürlich den Nachteil mit sich, dass die restlichen Songs nicht mithalten können. Wie bei Billy Talent. Dieses Riff und diese Dynamik bleiben die folgenden 44 Minuten unerreicht. Was aber keineswegs heisst, dass es sich dabei um schlechte Songs handelt. „Where Is The Line“ (Titel mit Anspielungen auf Koks scheinen angesagt zu sein) überzeugt mit Klassemelodie, ebenso „Sympathy“. Seltsamerweise bleiben bei mir aber die Gitarrenmelodien des heimlichen Frontanns und Gitarristen Ian D’Sa besser haften als die Gesangslinien.

Billy Talent haben definitiv Erkennungswert, was vor allem Kowalewicz’s Organ zuzuschreiben ist. Nach dem hervorragendem Debüt ist „Billy Talent II“ dennoch eine kleine Enttäuschung. Ein paar Songs mehr vom Kaliber von „Devil In A Midnight Mass“ wären schön gewesen, denn nach ein paar Mal Hören verliert die Platte viel von ihrem Reiz.

5/10

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