02. August 2010
ARCADE FIRE - The Suburbs
Mit ihrem grandiosen Debut „Funeral“ legten Arcade Fire einen beeindruckenden Blitzstart hin, mit dem Zweitling „Neon Bible“ machten sie deutlich, dass von der vielköpfigen kanadisch-amerikanischen Truppe noch viel erwartet werden darf (auch wenn es letztlich die Qualität des Debuts nicht zu übertrumpfen vermochte). Nun also „The Suburbs“ (Mercury/Universal), das dritte Album, für das sich Arcade Fire relativ viel Zeit liessen. Die Batterien waren nach der „Neon Bible“-Tour anscheinend leer und es dauerte länger als erwartet, bis die Erholungsphase abgeschlossen war. Den Songs von Arcade Fire hat das wohl gut getan, denn während sich „Funeral“ und „Neon Bible“ über weite Strecken sehr ähnlich waren, lassen sich nun auf „The Suburbs“ ein paar markante Änderungen feststellen. So finden sich statt 10 bzw. 11 Songs deren 16, was einen erst mal leer schlucken lässt. Ob sich da nicht etwas viel Füllmaterial darunter finden wird? Meine Antwort fällt deutlich aus: nein.
Trotz der 16 Songs und einer Spieldauer von über einer Stunde kommt auf „The Suburbs“ nie Langeweile auf, dazu sind die Songs zu gut , der Vortrag zu mitreissend und vor allem die Übergänge zu fliessend. Während auf den Vorgängern jeder Song als kleines Kunstwerk angelegt war, scheint „The Suburbs“ nun mehr auf die Gesamtwirkung abzuzielen. Wenn man will kann man das Album als einen einzigen langen Song hören, die einzelnen Lieder funktionieren dann wie Songteile. Erreicht wird dies dadurch, dass die einzelnen Songs meist ohne lange Intros und Outros auskommen und sich jeweils auf eine einzige, dafür umso präziser ausformulierte musikalische Idee fokussieren. Dramatische Wechsel, wie sie noch auf „Funeral“ zum Bestandteil fast jedes Songs gehörten, findet man nun weniger in den Songs als vielmehr zwischen ihnen. So folgt auf den fast schon swingenden Opener „The Suburbs“ das vorwärts preschende „Ready To Start“, auf das melancholische Highlight „Suburban War“ der stoische Rocker „Month Of May“ und die beiden Songs „Half Light“ und „Sprawl“ wurden gleich zweigeteilt in einen jeweils ruhigen Anfang und einen tanzbaren Schluss.
Kollege Menzl überschrieb seinen Artikel zu "The Suburbs" mit "Von einer Indie-Rock-Band zum Kulturgut". Ich sehe es genau andersrum. "The Suburbs" ist Arcade Fires Verwandlung von einem Indie-Kunstobjekt zu einer Rock-Band. Genauer gesagt zur besten, die derzeit zu finden ist.
Trotz der 16 Songs und einer Spieldauer von über einer Stunde kommt auf „The Suburbs“ nie Langeweile auf, dazu sind die Songs zu gut , der Vortrag zu mitreissend und vor allem die Übergänge zu fliessend. Während auf den Vorgängern jeder Song als kleines Kunstwerk angelegt war, scheint „The Suburbs“ nun mehr auf die Gesamtwirkung abzuzielen. Wenn man will kann man das Album als einen einzigen langen Song hören, die einzelnen Lieder funktionieren dann wie Songteile. Erreicht wird dies dadurch, dass die einzelnen Songs meist ohne lange Intros und Outros auskommen und sich jeweils auf eine einzige, dafür umso präziser ausformulierte musikalische Idee fokussieren. Dramatische Wechsel, wie sie noch auf „Funeral“ zum Bestandteil fast jedes Songs gehörten, findet man nun weniger in den Songs als vielmehr zwischen ihnen. So folgt auf den fast schon swingenden Opener „The Suburbs“ das vorwärts preschende „Ready To Start“, auf das melancholische Highlight „Suburban War“ der stoische Rocker „Month Of May“ und die beiden Songs „Half Light“ und „Sprawl“ wurden gleich zweigeteilt in einen jeweils ruhigen Anfang und einen tanzbaren Schluss.
Kollege Menzl überschrieb seinen Artikel zu "The Suburbs" mit "Von einer Indie-Rock-Band zum Kulturgut". Ich sehe es genau andersrum. "The Suburbs" ist Arcade Fires Verwandlung von einem Indie-Kunstobjekt zu einer Rock-Band. Genauer gesagt zur besten, die derzeit zu finden ist.




Kommentare