Make Up-Rock.
Lustige junge Männer schminken sich mit Lidschatten, schneiden Löcher in ihre Frauenjeans und kämmen sich ihre geglätteten Haare ins Gesicht. Wer solche Gestalten in letzter Zeit öfters zu Gesicht bekam, war entweder auf einer Schwulenparty oder an einem AFI-Konzert. Denn genau so sieht auch AFI Säger Davey Havok aus. Wer diesen vier Herren nun aber vorwirft, einem Modetrend hinterher zu rennen, der irrt gewaltig. AFI gehören zu den Urvätern des Gothicpunk. Die gab’s schon, als My Chemical Romance noch Windeln und Sabberlätzchen trugen. Oder so. Auf jeden Fall schon ein paar Jährchen.

AFI gehen den Weg konsequent weiter, den sie mit „Sing The Sorrow“ eingeschlagen haben. Hymnische Refrains, unaufdringliche Elektrospielereien, Pathos und ein wenig Gekreische. Die Singleauskopplung erinnert ein wenig an die Beatsteaks im Screamo-Gewand. Ist aber nicht so schlimm, denn der Song ist toll. Tolle Songs sind auf „Decemberunderground“ übrigens noch ein paar weitere vertreten. Zum Beispiel „The Interview“, eine gänzlich unpeinliche Rockballade im besten Sinne. Oder „Affliction“, mit einem Superwechsel in der Songmitte und düsterem Chor. A propos düster: So ist auch die Stimmung, die sich durch das gesamte Album zieht.

AFI (steht übrigens für A Fire Inside) schaffen es, sowohl bei den harten als auch bei den balladeskeren Stücken, nie etwas von ihrer Glaubwürdigkeit einzubüssen und sich im Kitsch zu verlieren. Wer düsterem Punkrock nicht abgeneigt ist: zugreifen!

7/10

Ähnliche Interpreten:
Alexisonfire
My Chemical Romance
Alkaline Trio

www.afireinside.com
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