30. Juni 2005
SOUNDS! - Interview mit Urs Musfeld, 26.05.2005

Seit über 20 Jahren Garant für guten Musikgeschmack im öffentlich-rechtlichen Radio: Sounds!
Sounds! – der tägliche Freund am Radio
Eine Radio-Sendung, die beinahe wie so ein musikalischer Freund ist, läuft von Montag bis Freitag zwischen 22 bis 24 Uhr auf DRS3 und Virus. Die Rede ist von Sounds! Ein Juwel im ansonsten leider immer seichteren Musikprogramm des einstmals als „Störsender“ gestarteten DRS3. Ironie des Schicksals am Rande: Als DRS3 zu Beginn der 80er lanciert wurde, diente die Sendung Sounds!, die bereits seit einigen Jahren auf DRS2 ein Nischendasein fristete, als Vorbild für den neuen Sender. Frech sollte er sein, aufregend und offen für Neues. Nun, rund 20 Jahre später, ist Sounds! immer noch eine musikalische Nische...
Um mehr über diesen musikalischen Freund zu erfahren, der mir u.a. Fischerspooner. Modest Mouse und The Go-Betweens näher brachte (die beiden letztern via meine Freundin, die sie im Sounds! gehört und für erwähnenswert befunden hatte), traf ich mich mit Urs Musfeld, dem Musikredaktor von Sounds!. Die Sendung wird in Basel produziert, wo sich das Virus-Studio befindet. Nachdem vor einigen Jahren Sounds! ins Programm von Virus verfrachtet worden ist, läuft die Sendung mittlerweile parallel auf DRS3 und Virus, ist quasi das Bindeglied zwischen den beiden Sendern.

Musfeld’s Büro ist der Traum eines jeden Musikfreaks. CD’s wohin das Auge blickt (das Vinyl ist mittlerweile in den Keller verlagert worden). 2'000 Stück, 3'000 Stück? Urs Musfeld ist sich da nicht so sicher. Denn: EDV-mässig erfasst sind die CD’s nicht, den genauen Überblick hat also nur ein Mann: Urs Musfeld selber. Er versichert mir aber lachend, dass er ganz genau weiss, was wo zu finden ist. (Wenn ich’s richtig verstanden habe, sind die Platten nach Jahren geordnet und innerhalb der Jahre alphabetisch. Zudem gibt es eine eigene Abteilung für Hip-Hop.)
„Teenage Kicks!“
Die Sendung (oder „das Sendegefäss“, wie man im Radio-Jargon sagt) Sounds! ist ein Kind der Punk-Bewegung. Gegen Ende der 70er-Jahre wuchs auch hierzulande die Erkenntnis, dass in der Musikszene ganz gewaltige Veränderungen stattfanden.
„Die Punk- und Pub-Rock-Bewegung aus England mit Interpreten wie Ian Drury oder Elvis Costello war ausschlaggebend. Diese Musik hatte einfach in der Schweizer Radiolandschaft überhaupt kein Abbild“, erinnert sich Musfeld. Christoph Schwegler und Martin Schäfer starteten damals eine Sendung, in der diese neue Musik Platz hatte. Etwas später kamen dann Urs Musfeld und François Mürner (FM) dazu. Intern führte das natürlich zu Diskussionen. Will man überhaupt Punk im Radio?
„Martin Schäfer konnte sich dann aber durchsetzen, und diese Musik – zusammen mit Reggae – im Radio spielen. Damals hatten wir noch mehr den Status einer „Ghetto-Sendung“, die ihr eigenes Ding macht. Aber wir haben probiert, die Diskussionen die sich gesellschaftlich ergaben auch auf dem Sender abzubilden. Damals kam der Popdiskurs auf: ‚Was bedeutet Punk?’ Klar stand die Musik im Vordergrund, aber wir wollten auch zeigen, was es da für Verbindungen mit der Gesellschaft gibt. Zu Zeiten der Jugendbewegung der 80er waren wir die einzige Sendung die solche Musik spielte, Private gab es ja noch keine. Da entstand dann eine richtig verschworene Gemeinschaft, die Hörer haben sich stark mit der Sendung identifiziert.“
„Career Opportunities“
Die Radio-Karriere hatte Musfeld übrigens keineswegs geplant:
„Ich hab Deutsch und Geschichte studiert und wollte eigentlich Lehrer werden. Aber ich hab mich schon seit dem Gymnasium sehr für Musik interessiert. In Martin Schäfers und Christoph Schweglers Sendung gab es manchmal auch Wettbewerbe. Ich hab da 2 Mal gewonnen und bin so mit Martin Schäfer ins Gespräch gekommen. Er hat mich dabei gefragt, ob ich an einem kleinen Job interessiert wäre: sie hätten 2'000 Platten die archiviert werden müssten und die ich dabei natürlich auch hören durfte. Also hab ich das gemacht, 2 Tage pro Woche. Martin meinte dann, dass ich bei Gelegenheit auch mal Sendungen machen könne. So bin ich reingerutscht. Zu Beginn hab ich die Sendung „Feedback“ am Mittag moderiert. Ich hatte Gäste im Studio, mit denen ich über ihre Tätigkeiten und Hobbies sprach und die ihre Platten spielen konnten. Ab 1980 war ich dann fix bei Sounds! dabei. Später, beim DRS3, hab ich auch das CH-Special gemacht, Sounds!-Surprise, Jazz-Special sowie – in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Redaktoren – Musik zu Input.“
„Play For Today“
Der Sounds!-Redaktor ist also ein alter Radio-Hase, dem die Neugierde aber noch heute deutlich anzuspüren ist. Neugierde ist auch etwas, was seiner Meinung nach die Sounds!-Hörerschaft auszeichnet.
„Ich denke die Leute die Sounds! hören sind sehr musikinteressiert. Sie schalten ein und hoffen, was Neues zu entdecken. Die meisten hören die Sendung gezielt. Intern führt dass natürlich manchmal zu Diskussionen, schliessen wir damit nicht auch Leute aus? Es ist schon klar, jemand der nur Country hört, wird bei uns nicht glücklich. Aber jemand der Country hört und offen ist für Neues, der kann bei uns auch Neues entdecken, Sachen aus der Singer/Songwriter-Ecke etwa, die ihn interessieren könnten. Durch die Hörer Top-5 haben wir sehr gut gesehen, dass das Publikum altersmässig sehr breit gestreut ist. Da gibt es 15-jährige die Musik hören, die man nie erwarten würde, die sich eigene Identität aufbauen und durch exquisiten Geschmack auffallen. Das zeigt, dass es ein musikinteressiertes Publikum anspricht, das sich durch Neugierde auszeichnet. Ist halt auch eine Hilfe, statt dass sie jeden Tag in Plattenläden rennen – dazu fehlt heute sowieso den meisten die Zeit – hören sie unsere Sendung.“

Die stilistische Bandbreite bei Sounds! ist auffällig. Auf der Virus-Homepage heisst es: „Sounds! gibt dir die vollen 360° der besten neuen Tracks von Rock zu Electronica, von Hip Hop zu Breakbeats.“ Gibt es dennoch gewisse Einschränkungen?
„Ich kann natürlich nicht allzu schräge Sachen spielen, wir machen ja Radio, es soll schon hörbar sein. Die Musik soll aber dennoch Aufmerksamkeit verlangen. Aber es gibt sehr spezielle Sachen, die mir gefallen. Schnittstellen zwischen Jazz, Klassik und Pop, auch ganz Experimentelles, das konnte ich früher bei Sounds!-Surprise besser einbringen.“
Sounds!-Surprise gibt es mittlerweile nicht mehr, eine Folge des neuen, stärker auf Mainstream ausgerichteten Konzepts von DRS3. Aber auch Sounds! hat aufgrund des neuen Konzepts einige Veränderungen durchgemacht.
„Die Sendezeit hat mehrmals geändert. Eine Zeitlang lief Sounds! von 19 bis 21 Uhr, vor den Specials. Mit der stärkeren Ausrichtung auf den Mainstream war der Bruch zur Day-Time dann aber zu gross. Dann fand die Sendung ein Jahr lang nur noch auf Virus statt, was aber zu vielen Reaktionen von Seiten der Hörerschaft geführt hat. Seit dem Wechsel bei der Leitung von DRS3 sind wir nun auf beiden Sendern zu hören.“
Aber auch inhaltlich haben sich die Schwerpunkte verlagert. Ich kann mich erinnern, dass ich vor einigen Jahren eher das Rockspecial gehört habe und mir Sounds! immer sehr „elektronisch“ vorkam, während ich heute mit Sounds! sehr viel besser bedient bin. Urs Musfeld bestätigt, dass sich nicht nur mein Geschmack geändert hat:
„Die Specials haben auch neues Konzept, sie sollen jetzt ein grösseres Publikum ansprechen, deshalb wird dort mehr Classic-Rock gespielt. So haben dann innovative Metal-Sachen wie System Of A Down Platz bei uns. Aber im Moment läuft auch im Gitarrensektor einfach wieder mehr, was nicht nur Abklatsch ist, wie etwa die ganzen Neo-Punk-Bands Ende der Neunziger. Bands wie Maximo Park, Franz Ferdinand orientieren sich zwar klar an der Vergangenheit, machen aber einfach gute Songs. Aber auch im Indierock-Bereich, der mir immer sehr wichtig war, läuft viel, gerade in der Schweiz. Neviss aus Luzern oder Navel aus Basel. Oder auch Magicrays aus der Romandie. Das sind Sachen die ich spielen möchte, gerade auch weil sie am Tag nicht gespielt werden. Aber auch zu Beginn der Neunziger haben wir viel Rockmusik gespielt. Als Hardcore und später Grunge aufkam, spielten wir das im Sounds!, noch bevor diese Musik vom Rock-Special aufgenommen worden ist. Das ist auch unsere Vorgabe: Trends zu erkennen bevor sie kommerziell werden. Mitte der Neunziger passierten dann halt einfach die innovativsten Sachen im Techno/Elektro-Bereich, auch durch die neuen Möglichkeiten des Homerecording. Und aktuell vermischt sich das alles immer mehr. Diese Gleichzeitigkeit von Hip-Hop, Dub, Rock, Pop, das find ich spannend. Ich hab natürlich auch den Anspruch, Sounds! in der Pop-Geschichte zu situieren, aber ohne allzu pädagogisch sein zu wollen. Aber Querbezüge und Referenzen möchte ich schon aufzeigen.“
Seit über 20 Jahren am Puls der Pop-Geschichte. Hat Musfeld da eigentlich nie eine Entwicklung verpasst?
„Das tönt vielleicht etwas überheblich, aber ich glaube wir haben sicher nichts verpasst. In der Zeit der ziemlich radikalen DRS3-Reorganisation da hab ich das was im experimentellen Bereich der elektronischen Musik abging nur sehr selektiv anschauen können, da wär ich gerne weitergegangen. Aber grundsätzlich waren wir immer dabei.“

„Radio, Radio!“
Mit Urs Musfeld könnte man stundenlang über aktuelle und vergangene Entwicklungen der Pop-Geschichte diskutieren, aber ich wollte von ihm auch noch wissen, wie denn so sein Alltag als Musikredaktor aussieht und wie eigentlich eine Sounds!-Sendung entsteht.
„Am Morgen beantworte ich meist E-Mails. Hörerreaktionen zur Sendung, Interview-Angebote von Plattenfirmen und so weiter. Dann höre ich mir natürlich die neuen CD’s an. Die meisten Plattenfirmen und Vertriebe wissen, was uns in etwa interessiert und schicken uns dann die Sachen zu. Nach anderen, über die ich bspw. etwas gelesen habe, frage ich selber nach.
Für die Entstehung der Sendung ist natürlich wichtig, dass wir ein sehr gut eingespieltes Team sind. Mathias Erb hat einen Wahnsinns-Überblick, der kann das kompetent über den Sender bringen. Auch Simon der sehr interessiert ist, die haben beide auch die Ohren offen.
Ich schreib jeweils kurze Texte zu den Songs, die ich in der Sendung spiele, darauf können sie zurückgreifen. Weil ich mir ja auch etwas überlege, wenn ich die Songs zusammenstelle, mache ich nicht einfach nur Stichworte sondern formulier das gleich aus. Die Moderatoren können das auch noch redigieren. Hörerkontakte und auch Interviews führen und bearbeiten sie selbst.“
Urs hat übrigens ein 90 Prozent-Pensum, die Moderatoren sind zu 60 bzw. 40 Prozent angestellt.
„Dadurch dass ich jeden Tag da bin, hab ich natürlich den besten Überblick über Konzerte, Interviewangebote, Neuheiten etc. Wir kommunizieren viel per E-Mail, da wir uns nur kurz sehen, weil die Moderatoren in der Regel dann mit der Arbeit beginnen, wenn ich fertig bin. Einmal pro Monat finden Redaktionssitzungen statt, bei denen auch der Virus-Musikchef teilnimmt. Zudem haben wir natürlich Kontakte mit DRS3 in Zürich um Überschneidungen zu vermeiden. Da klappt die Koordination sehr gut. Manchmal teasen sie auch im Abendprogrogramm zwischen 19 und 20 Uhr Sachen an, die wir dann in der Sendung bringen. Das gibt dann ein einheitliches Bild, da profitieren beide Sender davon.“
„Friday“
Und wie läuft den nun die Musikauswahl?
„Da haben natürlich verschiedene Faktoren einen Einfluss. Zum einen mein persönlicher Geschmack, aber natürlich auch wie relevant ein Band gerade ist. Am Mittwoch entscheide ich jeweils, welche Platte in der nächsten Woche zur „Sounds!-Platte der Woche“ (dieses Album wird dann jeden Tag von den Moderatoren kurz vorgestellt, Anm. d. Verf.) und ich wähl ein Sounds!-Powerplay aus, einen Song, den wir jeden Tag spielen.
Wenn ich das Programm zusammenstelle, hat natürlich auch beispielsweise das Wetter einen Einfluss, die Stimmung soll halt einfliessen, anders als wenn es ein Computer machen würde.
Manchmal überleg ich eine halbe Stunde lang, was ich als letzten Song spiele. Das ist mir halt wichtig. Freitag ist generell etwas Beat-lastiger, Clubsounds als Einstimmung aufs Wochenende, das passt auch zum Virus-Konzept.
Wenn eine Band die mir eigentlich gefällt den Sprung ins Tagesprogramm geschafft hat, dann spielen wir das zwar nicht nicht mehr, aber ich wähl dann halt einfach einen anderen Song als die Single oder spiele es einfach weniger, obwohl’s mir gefällt. Ein Beispiel dafür wäre Röyksopp, die haben wir vor 4 Jahren entdeckt, das läuft jetzt mittlerweile überall, das pushen wir dann nicht mehr so stark. Auch Eskobar oder Saybia haben wir zum Beispiel sehr viel gespielt. Oder Hawksley Workman, den haben Matthias und ich mal live gesehen, der ist ein sehr charismatischer Entertainment der einfach sehr gute Pop-Songs schreibt. Der hat es dann ins Tagesprogramm geschafft, daraufhin hab ich ihn weniger gespielt. Unsere primäre Aufgabe ist es, Perlen zu entdecken und spielen, die sonst nicht gespielt werden."
Auf meine Frage, ob er denn manchmal enttäuscht ist, dass es gewisse Sachen nicht ins Tagesprogramm schaffen, meint er:
„Also manchmal gibt es schon Dinge, die meiner Meinung nach sehr gut ins Tagesprogramm passen würden. Da könnte man noch viel mehr reinbringen. Ich war ein Zeitlang auch in der Musikredaktion von DRS3, hab das auch versucht.“
Offenbar mit wenig Erfolg, aber dafür hat er ja im Sounds! nahezu freie Hand, was die Auswahl betrifft. Oder gibt es da gewisse Vorgaben vom Sender?
„Nein, ich bin schon sehr frei. Aber ich war ja auch meist bei den Konzepten beteiligt, insofern weiss ich selbst, was Platz hat in der Sendung und was nicht. Es wird eher mal diskutiert, ob etwas eventuell eher fürs Rockspecial gewesen wäre oder ob wir zuwenig Schweizer Musik gespielt haben. Wir versuchen eigentlich 2 Schweizer Songs pro Sendung zu spielen.“
Auf welche musikalischen „Entwicklungshilfen“ ist Musfeld eigentlich besonders stolz?
„Sicher Hawksley Workman, aber auch Phoenix, die haben wir gespielt bevor das der absolute Renner war. Oder früher The Cure, New Order, Depeche Mode, das spielten wir bevor es Mainstream war. Die sind zwar heute kommerziell, aber die haben eine Geschichte, die spielen wir auch heute noch gerne. Das ist auch die Geschichte von Sounds!
Heute sind es Sachen wie Gustav, eine Wienerin die eine Mischung aus Chanson, Singer-Songwriter und Elektro macht, tönt niedlich, ist aber sehr subversiv (aktuelles Album: „Rettet Die Wale!“, Anm. d. Verf.). Oder Coco Rosie letztes Jahr, das will ich pushen. Oder Nouvelle Vague, diese Coverversionen von New Wave-Klassikern im Bossa Nova-Kleid, das spielten wir und das Album wurde dann plötzlich in der Annabelle besprochen. Solche Sachen find ich witzig.“
Wobei es für Musfeld eigentlich keine Rolle spielt, ob nun etwas in der Annabelle oder in der Spex besprochen wird. Die Unterscheidung zwischen Mainstream und Underground ist eine, die ihn nicht besonders interessiert. Hauptsache die Musik ist gut...
„Einen sehr guten Ansatz verfolgt meiner Meinung nach die französische Zeitschrift 'Les Inrockuptibles', die haben einen sehr interessanten Ansatz der sich durch ein unkompliziertes Verhältnis zwischen Mainstream und Independent, Stars und Newcomern auszeichnet. Der Begriff Pop ist dort weitergefasst. Darin hat’s auch Platz für Literatur, Malerei oder weitere Kunstformen.“
„A Short Term Effect“
Irgendwie sind wir dann auch auf ein – zumindest für Musik-Geschmäckler - leidiges Thema gestossen: Mundart-Pop.
„Da hat man die letzten 2 Jahre fast täglich eine neue Band gehört, ohne dass diese musikalisch oder textlich irgendwas Neues geboten hätte. Das hat definitiv Überhand genommen, die tönen wirklich alle gleich. Dabei gibt es auch spannende Mundart-Sachen, allerdings eher im Hip-Hop, mit Acts wie Göldin, Kutti MC oder Big Zis. Interessant ist, dass in Deutschland ja auch die eigene Sprache stark geboomt hat, dass dabei aber inhaltlich eine sehr viel stärkere Auseinandersetzung stattgefunden hat, da geht’s nicht einfach um Schoggi und Berge... Immerhin haben wir in der Schweiz mit Kunz Und Knobel nun auch eine Gruppe, die sich ähnlich unverkrampft an die deutsche Sprache ranmacht. Und ich find die auch spannend, weil man aus Luzern sonst in letzter Zeit eher Gitarrenmusik gehört hat.“
Obwohl Musfeld in seinem Job natürlich seiner Leidenschaft für Pop-Musik frönen kann, vermisst er manchmal die Verbindung zu weiteren Themen:
„Was mir etwas fehlt, sind Sendungen, in denen Themen von verschiedenen Perspektiven angegangen werden, wobei die Musik eine davon ist. Ähnlich wie das früher in Sounds!-Surprise der Fall war. So eine Mischung aus Talkradio, Features und Musik. Das müsste schon noch Platz haben. Da ist wieder das französische Kultruverständnis, das ich sehr bewundere. Da fragt man sich nicht ‚hat das jetzt Platz?', das Gärtchendenken ist weniger ausgeprägt.“
Kommt da manchmal Neid auf, auf die kleinen Sender, bei denen so etwas eher Platz hat?
„Ja und Nein. Die haben zwar mehr Freiheiten, aber da fehlt dann halt oft die Professionalität. Ist klar, die haben ja auch nicht unsere Budgets.“
Zum Schluss des mittlerweile fast 2 Stunden dauernden Gesprächs eine von mir immer wieder gern gestellte Abschlussfrage: Auf welche Konzerte und Platten der nächsten Zeit freust du dich besonders?
„Was Konzerte angeht, so freu ich mich auf Eels in Zürich und Soulwax in Basel. Und ich freu mich sehr auf das Album von Jamie Lidell. Der mischt abstrakten Techno mit sehr funkigen Elementen. Und er hat eine tolle Stimme, klingt sehr schwarz. Er wird immer mehr vom reinen Producer zum Sänger, das gefällt mir.“
Und siehe da, ein paar Wochen später wird „Multiply“ (Warp Records) zur Sounds!-Platte der Woche...
***
WETTBEWERB:
Bei den meisten der Zwischentitel dieses Artikels handelt es sich um Songtitel. Wer mir die entsprechenden Bands und Alben nennen kann, hat die Chance einen ganz besonderen Preis zu gewinnen: Eine von Urs Musfeld eigens für diesen Wettbewerb zusammengestellte CD! Quasi eine exklusive Sounds!-Sendung für den Gewinner.
(kleiner Tipp: die Songs stammen aus den Anfangszeiten von Sounds!)
Mail an jdw und deine Gewinnchancen steigen!
Sounds! Playlists
www.virus.ch
www.spex.de
www.lesinrocks.com



Kommentare
urs emmenegger, luzern
Comfortable generous
wholesale designer bags
Cheap and good-lookingcoach outlet store
Comfortable generouscoach bags outlet
Durable exquisitecoach outlet online
Very beautifulcoach outlet store online
With top designcoach handbags on sale
No substitutecoach bags on sale
Pretty and cheapauthentic nfl jerseys
Simple fashioncoach outlet online
With top designauthentic jerseys suppliers
Cheapnfl jerseys from china
Act now