02. Dezember 2007
MOTHERS PRIDE - Wir sind wieder da
Viele haben dieser Band nachgetrauert und niemand glaubte daran, dass sie irgendwann wieder kommen. King Cooper, TobTob und andere neue Projekte deuteten gar nicht auf ein Comeback hin.
Nach nun sechs Jahren sind sie zurück. Der Stolz aller Mütter, die luzerner Vorzeigeband überhaupt. Die Band, die einstmals bei Sony unter Vertrag stand. Und sie kommen nicht mit leeren Händen, sondern taufen auch gleich ihr selbstbetiteltes neues Album "Mothers Pride".
In der Schüür hatte ich kurz vor ihrem Konzert die Möglichkeit mit Gitarrero Sämi Gallati und dem neuen Schlagzeuger Domi Meyer zu sprechen.
Wie fühlt ihr euch?
Sämi: Sehr gut!
Domi: Gut!
Ich hab nichts anderes erwartet.
Domi: Für mich ist das heute die sogenannte Feuertaufe.
Warum wieder Mothers Pride?
Diese Frage scheint zu überraschen. Eine Sekunde konsternierte Gesichter, dann kommt wie aus der Pistole geschossen...
Sämi: Es ist das Einzige anständige, was ich in meinem Leben gemacht habe. Und weil Tobi und ich wieder zusammen Musik machen wollten... Dann ist es ja eh wieder Mothers Pride.
Domi: Ihr habt ja immer mal wieder darüber nachgedacht.
Sämi: Genau. Und dann hat Tobi mit Gisi (Geschäftsleiter der Schüür) einfach einen Termin für die Plattentaufe ausgemacht; bevor wir überhaupt das erste mal geprobt hatten.
Was ist jetzt anders an Mothers Pride, als früher?
Sämi: Vorher war alles nur auf Kumpelbasis. Es ging mehr darum Spass zu haben und mit Freunden ein Bier zu trinken. Jetzt geht es viel mehr um die Musik. Es ist einfach noch einmal eine Spur mehr.
Wir haben leider noch kein Exemplar des neuen Albums erhalten, aber bei den Songs, die ich gehört habe, scheinen die Gitarren, im Vergleich zum älteren Material, sanfter, weniger verzerrt zu sein. Ein Überbleibsel aus der TobTob-Zeit?
Sämi: Ich habe in der Zwischenzeit einfach mehr Sachen mit weniger Verzerrung angehört. Mir geht es jetzt mehr um den Gitarrensound und den Sound an sich. Früher hatten wir viele Gitarrenspuren auf den Aufnahmen. Was man auf dem neuen Album hört, ist das, was wir auch live spielen.
Domi: Es ist das Gegenteil von überproduziert.
Also unterproduziert?
Domi: Nein, das wollte ich damit nicht sagen. Einfach echt.
„Nach der Auflösung hatte ich meine Soloprojekte und Sämi hatte seine. Aber irgendwie hatte mir immer jemand an der Seite gefehlt wie er. Jetzt schreiben wir wieder zusammen Songs, und ich merke: Zu zweit funktionieren wir einfach besser.“
Tobi Gmür, im MONTAG Magazin der Neuen Luzerner Zeitung, 7. Mai 2007
Da haben Tobi und du Sämi ja auch bereits wieder zusammen gespielt. Warum hat TobTob nicht funktioniert?
Sämi: Bei TobTob hat nur Tobi Songs geschrieben. Das war sein Projekt. Ich habe ihm damals gesagt, ich will einfach nur Gitarre spielen. Da war ich gitarrenmässig auch voll gefordert. Als es Tobi dann gesundheitlich nicht gut ging, gab es eine Pause. Als er dann wieder gesund war, wollten wir etwas neues machen.
Die neuen Texte scheinen irgendwie verspielter, witziger zu sein, im Vergleich zu den alten...
Sämi: Der Grossteil der Texte sind von Tobi. Von mir sind glaub ich zwei auf dem Album.
Tobi, Sänger und Gitarrist, tritt ein. Sämi zeigt auf ihn.
Sämi: Das ist eigentlich sein Verdienst.
Auf den ersten Fotos sind nur Sämi und Tobi zu sehen. War die Band noch nicht komplett?
Sämi: (grinst) Das war der Geheimplan.
Tobi schaltet sich ein.
Tobi: Die Besetzung war halt noch nicht definitiv.
Dann hab ich neue Fotos auf eurer Website gefunden, auf denen plötzlich fünf Leute zu sehen sind.
Ich schaue dabei den fünften Mann, Andi Meile, an.
Andi: Ich hab im Studio die Tastenparts eingespielt. Dann war klar, dass ich das an der Plattentaufe auch machen werde.
Also ein vollständiges Bandmitglied?
Domi: Ja!
Sämi: Ja, ja!
Wie ist es für dich Domi, nun bei Mothers Pride dabei sein zu können?
Domi: Ich fand sie früher gar nicht gut! (lacht) Nein, es ist mir eine Ehre dabei sein zu dürfen. Es hätte sicher auch andere Schlagzeuger gegeben, die das gerne gemacht hätten.
Was geschieht jetzt mit euren "Zwischenprojekten"?
Sämi: King Cooper kommt wieder, aber anders.
Wie anders?
Sämi: Ich hätte gerne eine richtige Rockabilly-Kappelle! Aber eben auf Mundart.
Tobi kommt mit einer Gitarre herein und spielt einen Mundart-Song. Ob es ein King Cooper Song ist, weiss ich nicht.
„Wir können uns bestens einschätzen und haben klare Ziele: Nicht das Umfeld ist entscheidend um wahrgenommen zu werden, nicht die Verträge, nicht die Promotion, nicht ein Marketing. Einzig die Band und ihre Musik sind von Belang. Und darauf setzen wir alles.“
Sämi Gallati, August 2007
Ihr geht also wieder back-to-the-roots. Wollt nicht mehr unbedingt hoch hinaus. Das klingt nach viel Lust nach Rock'n'Roll! Du bist ja schon zum dritten mal Papi geworden, soviel ich weiss. Wie bringt man das unter einen Hut?
Sämi: Mir persönlich geht der ganze Business-Kram voll am Arsch vorbei. Ich will einfach ein gutes Konzert spielen und ein Bierchen trinken können. Dann bin ich zufrieden.
Und gerade weil wir nicht mehr unbedingt hoch hinaus wollen, ist es viel einfacher.
Mein Ältester ist jetzt sechs. Mothers Pride haben wir zwei Monate vorher aufgelöst, bevor er geboren wurde. Jetzt muss ich ihm erst mal das ganze mit Mothers Pride erklären. Meine Frau Florina macht ja auch noch Musik. Aber es beschränkt sich heute auf die Wochenenden. Jetzt geht man halt unter der Woche nicht mehr weg. Und wenn man ein gutes soziales Netz hat, kriegt man das irgendwie hin.
Ich will gerade die abschliessende Frage stellen, als die Backstage-Tür aufgeht und Sämi von einem Kumpel abgelenkt wird, der ihm unbedingt sein neues Tattoo erklären will. Sämi nimmt ihm seinen Mantel ab, verschwindet dann kommentarlos aus dem Raum. Ich warte. Vielleicht erinnert er sich ja wieder daran, dass wir gerade ein Interview machen...
Sämi kehrt zurück und setzt sich wieder, nimmt eine Gitarre und klimpert etwas herum.
Letzte Frage: Euer letztes Album hiess "Tommy drives me home". Wer fährt euch jetzt nach Hause?
Domi lacht und winkt ab.
Domi: Ich kann nicht fahren!
Sämi: Ich auch nicht!
Domi: Fahren könnte Tommy eigentlich immer noch...
Dankeschön! Ich wünsche viel Erfolg. Habt Spass!
Sämi: Lass uns nachher noch ein Bierchen trinken!
Nach nun sechs Jahren sind sie zurück. Der Stolz aller Mütter, die luzerner Vorzeigeband überhaupt. Die Band, die einstmals bei Sony unter Vertrag stand. Und sie kommen nicht mit leeren Händen, sondern taufen auch gleich ihr selbstbetiteltes neues Album "Mothers Pride".
In der Schüür hatte ich kurz vor ihrem Konzert die Möglichkeit mit Gitarrero Sämi Gallati und dem neuen Schlagzeuger Domi Meyer zu sprechen.
Wie fühlt ihr euch?
Sämi: Sehr gut!
Domi: Gut!
Ich hab nichts anderes erwartet.
Domi: Für mich ist das heute die sogenannte Feuertaufe.
Warum wieder Mothers Pride?
Diese Frage scheint zu überraschen. Eine Sekunde konsternierte Gesichter, dann kommt wie aus der Pistole geschossen...
Sämi: Es ist das Einzige anständige, was ich in meinem Leben gemacht habe. Und weil Tobi und ich wieder zusammen Musik machen wollten... Dann ist es ja eh wieder Mothers Pride.
Domi: Ihr habt ja immer mal wieder darüber nachgedacht.
Sämi: Genau. Und dann hat Tobi mit Gisi (Geschäftsleiter der Schüür) einfach einen Termin für die Plattentaufe ausgemacht; bevor wir überhaupt das erste mal geprobt hatten.
Was ist jetzt anders an Mothers Pride, als früher?
Sämi: Vorher war alles nur auf Kumpelbasis. Es ging mehr darum Spass zu haben und mit Freunden ein Bier zu trinken. Jetzt geht es viel mehr um die Musik. Es ist einfach noch einmal eine Spur mehr.
Wir haben leider noch kein Exemplar des neuen Albums erhalten, aber bei den Songs, die ich gehört habe, scheinen die Gitarren, im Vergleich zum älteren Material, sanfter, weniger verzerrt zu sein. Ein Überbleibsel aus der TobTob-Zeit?
Sämi: Ich habe in der Zwischenzeit einfach mehr Sachen mit weniger Verzerrung angehört. Mir geht es jetzt mehr um den Gitarrensound und den Sound an sich. Früher hatten wir viele Gitarrenspuren auf den Aufnahmen. Was man auf dem neuen Album hört, ist das, was wir auch live spielen.
Domi: Es ist das Gegenteil von überproduziert.
Also unterproduziert?
Domi: Nein, das wollte ich damit nicht sagen. Einfach echt.
„Nach der Auflösung hatte ich meine Soloprojekte und Sämi hatte seine. Aber irgendwie hatte mir immer jemand an der Seite gefehlt wie er. Jetzt schreiben wir wieder zusammen Songs, und ich merke: Zu zweit funktionieren wir einfach besser.“
Tobi Gmür, im MONTAG Magazin der Neuen Luzerner Zeitung, 7. Mai 2007
Da haben Tobi und du Sämi ja auch bereits wieder zusammen gespielt. Warum hat TobTob nicht funktioniert?
Sämi: Bei TobTob hat nur Tobi Songs geschrieben. Das war sein Projekt. Ich habe ihm damals gesagt, ich will einfach nur Gitarre spielen. Da war ich gitarrenmässig auch voll gefordert. Als es Tobi dann gesundheitlich nicht gut ging, gab es eine Pause. Als er dann wieder gesund war, wollten wir etwas neues machen.
Die neuen Texte scheinen irgendwie verspielter, witziger zu sein, im Vergleich zu den alten...
Sämi: Der Grossteil der Texte sind von Tobi. Von mir sind glaub ich zwei auf dem Album.
Tobi, Sänger und Gitarrist, tritt ein. Sämi zeigt auf ihn.
Sämi: Das ist eigentlich sein Verdienst.
Auf den ersten Fotos sind nur Sämi und Tobi zu sehen. War die Band noch nicht komplett?
Sämi: (grinst) Das war der Geheimplan.
Tobi schaltet sich ein.
Tobi: Die Besetzung war halt noch nicht definitiv.
Dann hab ich neue Fotos auf eurer Website gefunden, auf denen plötzlich fünf Leute zu sehen sind.
Ich schaue dabei den fünften Mann, Andi Meile, an.
Andi: Ich hab im Studio die Tastenparts eingespielt. Dann war klar, dass ich das an der Plattentaufe auch machen werde.
Also ein vollständiges Bandmitglied?
Domi: Ja!
Sämi: Ja, ja!
Wie ist es für dich Domi, nun bei Mothers Pride dabei sein zu können?
Domi: Ich fand sie früher gar nicht gut! (lacht) Nein, es ist mir eine Ehre dabei sein zu dürfen. Es hätte sicher auch andere Schlagzeuger gegeben, die das gerne gemacht hätten.
Was geschieht jetzt mit euren "Zwischenprojekten"?
Sämi: King Cooper kommt wieder, aber anders.
Wie anders?
Sämi: Ich hätte gerne eine richtige Rockabilly-Kappelle! Aber eben auf Mundart.
Tobi kommt mit einer Gitarre herein und spielt einen Mundart-Song. Ob es ein King Cooper Song ist, weiss ich nicht.
„Wir können uns bestens einschätzen und haben klare Ziele: Nicht das Umfeld ist entscheidend um wahrgenommen zu werden, nicht die Verträge, nicht die Promotion, nicht ein Marketing. Einzig die Band und ihre Musik sind von Belang. Und darauf setzen wir alles.“
Sämi Gallati, August 2007
Ihr geht also wieder back-to-the-roots. Wollt nicht mehr unbedingt hoch hinaus. Das klingt nach viel Lust nach Rock'n'Roll! Du bist ja schon zum dritten mal Papi geworden, soviel ich weiss. Wie bringt man das unter einen Hut?
Sämi: Mir persönlich geht der ganze Business-Kram voll am Arsch vorbei. Ich will einfach ein gutes Konzert spielen und ein Bierchen trinken können. Dann bin ich zufrieden.
Und gerade weil wir nicht mehr unbedingt hoch hinaus wollen, ist es viel einfacher.
Mein Ältester ist jetzt sechs. Mothers Pride haben wir zwei Monate vorher aufgelöst, bevor er geboren wurde. Jetzt muss ich ihm erst mal das ganze mit Mothers Pride erklären. Meine Frau Florina macht ja auch noch Musik. Aber es beschränkt sich heute auf die Wochenenden. Jetzt geht man halt unter der Woche nicht mehr weg. Und wenn man ein gutes soziales Netz hat, kriegt man das irgendwie hin.
Ich will gerade die abschliessende Frage stellen, als die Backstage-Tür aufgeht und Sämi von einem Kumpel abgelenkt wird, der ihm unbedingt sein neues Tattoo erklären will. Sämi nimmt ihm seinen Mantel ab, verschwindet dann kommentarlos aus dem Raum. Ich warte. Vielleicht erinnert er sich ja wieder daran, dass wir gerade ein Interview machen...
Sämi kehrt zurück und setzt sich wieder, nimmt eine Gitarre und klimpert etwas herum.
Letzte Frage: Euer letztes Album hiess "Tommy drives me home". Wer fährt euch jetzt nach Hause?
Domi lacht und winkt ab.
Domi: Ich kann nicht fahren!
Sämi: Ich auch nicht!
Domi: Fahren könnte Tommy eigentlich immer noch...
Dankeschön! Ich wünsche viel Erfolg. Habt Spass!
Sämi: Lass uns nachher noch ein Bierchen trinken!




Kommentare
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