02. November 2005
HNO - Interview, 30.10.2005
Jede Band betont immer, dass das neueste Material das beste Material ist. Ist „Can’t Stop“ für euch das Beste, was ihr bisher gemacht habt?
Jürg: Ja, definitiv! Als wir den Vorgänger „Everything Is Good“ machten, gingen wir für die Vorproduktion in den Grünenwald und anschliessend zum Aufnehmen nach Deutschland. Was allerdings nicht den erwarteten Effekt brachte. Es war für uns ein wenig enttäuschend.
Frank: Bei „Can’t Stop“ sind wir mit dem Album als Ganzes sehr zufrieden. Bei den anderen Alben hat es auch Songs, die wir nach wie vor geil finden und auch live noch gerne spielen, aber als Gesamtes ist „Can’t Stop“ das Album, das bei uns auch zwei Wochen nach der Fertigstellung noch ein komplett gutes Gefühl auslöst.
Ihr habt alles selber gemacht. Habe ich das richtig verstanden?
Jürg: Ja, ausser dem Mastering haben wir diesmal alles selber gemacht.
Frank: Ich und Speissegger haben selber ein Studio. Heutzutage braucht man ja nicht mehr soviel Equipment. Da reicht beinahe schon ein Computer mit ein paar Programmen. Für die Drums haben wir uns aber in einem grösseren Studio eingemietet.
Was ist der Unterschied von „Can’t Stop“ zum Vorgänger „Everything ist good“?
Jürg: Der Sound an sich. Und wir haben schon letzten Sommer die Vorproduktion für einige Songs gemacht.
Frank: Wir hatten erstmals das Know-how um genau das zu machen, was wir machen wollen. Wenn man mit anderen Personen zusammenarbeitet, werden die Vorstellungen die man hat, selten vollständig erfüllt. Das wird dann meistens nur halb so wie erwartet.
Jürg: (zu Frank) Hey, du hast neue Schuhe! Du scheinst vom kommenden Erfolg von „Can’t Stop“ wirklich überzeugt zu sein.
Gelächter
Frank: Man kann sagen, dass die Produktion des neuen Albums am wenigsten Fremdeinfluss hatte. Es war noch kein Album so sehr HNO wie dieses.
Jürg: Wir hatten diesmal absolut keinen Druck.
Frank: Und wir hatten diesmal nur 15, 16 Songs zur Auswahl. Beim letzten mal waren es viel mehr.
Jürg: Wir sind ja jetzt nur noch drei Songwriter, bisher waren wir vier. Domi Schreiber ist ja zu William White ausgewandert.
Hat sich am Songwriting etwas verändert, zum Beispiel durch den Ausstieg von Domi?
Frank: Nein, Domi ist ja erst nach Fertigstellung des Albums ausgestiegen. Live könnte es eventuell ein Problem geben, das haben wir noch nicht getestet.
Es gab diese Trennungsgerüchte. Ist an denen was dran? Wenn ja, was?
Jürg: Ende der letzten Tour gab es Unstimmigkeiten. Wir hatten eine Art Tourkoller. Jeder wollte erst mal seinen eigenen Sachen nachgehen, was wir auch mit Erfolg machten. Trotzdem war das nächste Album da schon geplant.
Es brauchte seine Zeit, bis man sich dann wieder zusammengesetzt und ausgesprochen hat. Es galt Kompromisse zu finden. Wir haben ernsthaft diskutiert.
Wir spielten letztes Jahr über 50 Konzerte und konnten uns danach trotzdem keinen Rappen auszahlen. Du fährst mit dem Tourbus nach Hause und es bleibt nichts übrig. Dann hatten wir noch unsere Nebenprojekte, die gut laufen und sobald etwas erfolgreicher ist, will man da auch mehr Energie reinstecken.
Die neuen Songs waren aber so gut, dass wir unbedingt ein weiteres Album machen wollten.
Frank: Eigentlich hatten wir während der letzten Konzertsaison die neuen Songs schon parat. Das Album war bereits im November letzten Jahres zur Hälfte fertig.
Was sagt ihr zu meinem Vergleich mit „Smash Mouth“? Beleidigung, oder Kompliment?
Jürg und Frank: Das ist keinesfalls eine Beleidigung.
Jürg: Smash Mouth ist eine gute Band. So lange Vergleiche nicht vernichtend sind, im Sinne von „Das Album hätte es nun wirklich nicht gebraucht, klingt ja genau gleich wie...“ sind wir glücklich damit. Überhaupt freuen wir uns über jede Kritik und jeden Bericht eines Mediums. Egal wie gross oder klein. Bei den kleineren Medien sind die Schreiber ja oft noch näher dran und verstehen mehr von dieser Art Musik.
Frank: Ich finde Vergleiche sehr positiv. Man wird automatisch immer verglichen. Der Vergleich mit der Bloodhound Gang zum Beispiel. Ich habe zwar deren neues Album noch nicht gehört, aber ich kann mir vorstellen, dass das hinkommt. Mühsam ist es nur, wenn man 1:1 verglichen wird.
Überhaupt... In meinem Review auf BANDS habe ich euer Engagement und eure vermeintliche Erfolglosigkeit herausgehoben. Z.B. Beispiel kennt praktisch jeder den Song „I Don’t Care“, aber beim Namen HNO fragen viele „wer?“. Fühlt ihr euch missachtet?
Jürg: Ich sehe das nicht so. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir zuwenig zurück bekommen. Qualität setzt sich durch. Wenn man wie bei einer Band den Song, aber nicht den Bandnamen kennt, ist wohl das Marketing falsch.
Das vorherige Album „Everything Is Good“ ist ein gutes Album, aber es ist einfach zu wenig gelaufen. Und ein gutes Album reicht heutzutage einfach nicht.
Frank: Wir beweg(t)en uns auch in einem schwierigen Sektor. Für den Schweizer Markt sind wir irgendwie zu wenig poppig und für die Rocker sind wir wiederum zu wenig hart. Obwohl es auch Rocker gab, die „I Don’t Care“ mochten.
Jürg: Es ist ein verdammt schwieriges Umfeld. Du musst auch live einfach eine geile Band sein. In Deutschland ist es noch viel schlimmer. Ich finde, dass Bands mit einem grossen Deal auch wirklich etwas auf dem Kasten haben. Madsen zum Beispiel.
Was war das Schlimmste, was man euch je an Kritik an den Kopf geworfen hat?
Jürg: (grinst) Wir sollten im Frison, Fribourg mal als Support von Deus spielen. Weil aber der Sänger von Deus krank war, sollten wir die ganze Show alleine spielen. Ein Journalist schrieb dann in seiner Kritik, das sei als ob man in ein teures Restaurant gehe, Kaviar bestelle und dann Sardinen serviert bekommt.
Frank: Ja, das sind halt sehr undankbare Situationen. Im nachhinein hätte man so einen Gig vielleicht absagen sollen. Ist halt schon frustrierend für die, die nur wegen Deus an dieses Konzert kamen.
Eure letzte Platte war bei RecRec, jetzt seid ihr auf Fistfucker Records. Das ist euer eigenes Label, wie ich das verstanden habe, oder? Ist das für euch nach allen Erfahrungen die beste Lösung?
Jürg zeigt auf Frank.
Frank: Ich mache FFRecords seit ungefähr einem Jahr. Ich wollte etwas eigenes machen. Und als ich mit Bluesbueb keine Plattenfirma fand, die uns einen passenden Deal anbot, war das die beste Lösung.
Jürg: Wenn RecRec für ein weiteres Album ja gesagt hätte, wären wir wahrscheinlich geblieben. Aber jetzt, zusammen mit unserem neuen Vertrieb Namskeio wird das bestimmt gut. Es ist einfacher, wenn man alles selber im Griff hat.
Frank: Wir haben auch nicht viel verschickt, um eine andere Firma zu finden. Es ist besser zu handeln, solange die Songs, das Album und alles noch frisch ist, als zu warten und vertröstet zu werden. Es ist das erste mal, das unser Album sofort rauskommt. Vor drei Wochen waren wir noch beim Mastern und kurz davor noch mit Gesangsaufnahmen beschäftigt. Jetzt ist alles noch frisch, da hat man noch Begeisterung und Energie. Es ist wie bei den Songs, der neuste Song ist ja immer der Beste.
Aber in letzter Zeit hat RecRec gerade aus Luzern viele Sachen ins Repertoire aufgenommen, warum haben sie euch nicht behalten?
Jürg: Man muss zwischen Label und Vertrieb unterscheiden. Wir wurden ja von RecRec nicht nur vertrieben, sondern waren auf dem RecRec Label „Make Up“. Und diese haben in letzter Zeit ihre Labelaktivitäten sehr eingeschränkt. Dann kam das Vertriebsangebot von Namskeio und wir hatten das Gefühl wir müssten das einfach machen. Es war ein reiner Bauchentscheid. RecRec war damit einverstanden, da sie uns natürlich keine Steine in den Weg legen wollten.
Can’t Stop. Könnt ihr in Zukunft wirklich nicht mehr stoppen? Bzw. wird es für „Can’t Stop“ einen Nachfolger geben? Wie sehen eure Pläne, wie sieht eure Vision für die Zukunft aus?
Jürg: Jetzt stecken wir erst mal alle Energie in den Release von „Can’t Stop“, und warten die Reaktionen ab. In einem Monat müssen wir dann die Geschichte mit der Tour planen und entscheiden, ob es überhaupt eine Tour gibt.
Frank: Unsere Zukunft hängt auch sehr vom Ausland ab. Und es wird auch vom Label her schwieriger. Vielleicht bekommen wir ja ein paar gute Länderdeals. Das Ausland ist für uns sehr wichtig. Von den über 50 Konzerten im letzten Jahr, waren bestimmt 38 allein in Deutschland.
Jürg: Sobald man einen Monat auf Auslands-Tour geht, kommen schnell viele Konzerte zusammen.
Frank: In der Schweiz gibt es wenige Klubs für Bands wie HNO. Entweder sind sie zu gross, oder zu klein. Wir spielen zwar gerne auch in kleinen Klubs, aber wenn es zu eng wird...
Jetzt habt ihr schon gesagt eure Musik sei zuwenig poppig, bzw. zuwenig hart. Jetzt sagt ihr die Klubs seinen zu gross, oder zu klein. Heisst das, es gibt für HNO gar keine Nische?
Frank: Ich glaube doch. “I Don’t Care“ war zum Beispiel auch im Süddeutschen Raum bekannt. Auf unserer Tour kamen dann schon 150 Leute pro Konzert. Wir spielten auch schon um 17 Uhr nachmittags an OpenAirs mit 10'000 Leuten.
Jürg: Ich glaube, dass das neue Album qualitativ so gut ist, dass wir mehr Leute ansprechen und erreichen werden als bisher. Wie gesagt, Qualität setzt sich durch.
Was unsere Zukunft betrifft... es ist schon so, dass man es irgendwann einfach gesehen hat. Allerdings finde ich es wichtig, dass man mal durch das Ausland getourt ist und diese Erfahrung mal gemacht hat. Es ist einfach schwierig, dass auch die Qualität der Tour stimmt.
Es ist eine andere Sache in Deutschland. In der Schweiz sind wir fast schon zu verwöhnt. Wenn man eine CD hat, die einigermassen „verthebt“, ist es möglich durch Deutschland zu touren.
Abschliessendes Stichwort: Tokio Hotel
Überraschte Gesichter
Frank: Monsun ist ein guter Song.
Jürg: Für mich noch nicht so klar. Entweder wird’s eine geile Band, oder es besteht nur aus einem guten Marketing-Konzept.
HNO ist jedenfalls eine geile Band. Hoffen wir, dass das Marketing-Konzept für „Can’t Stop“ gut ist.
www.hno.ch
Jürg: Ja, definitiv! Als wir den Vorgänger „Everything Is Good“ machten, gingen wir für die Vorproduktion in den Grünenwald und anschliessend zum Aufnehmen nach Deutschland. Was allerdings nicht den erwarteten Effekt brachte. Es war für uns ein wenig enttäuschend.
Frank: Bei „Can’t Stop“ sind wir mit dem Album als Ganzes sehr zufrieden. Bei den anderen Alben hat es auch Songs, die wir nach wie vor geil finden und auch live noch gerne spielen, aber als Gesamtes ist „Can’t Stop“ das Album, das bei uns auch zwei Wochen nach der Fertigstellung noch ein komplett gutes Gefühl auslöst.
Ihr habt alles selber gemacht. Habe ich das richtig verstanden?
Jürg: Ja, ausser dem Mastering haben wir diesmal alles selber gemacht.
Frank: Ich und Speissegger haben selber ein Studio. Heutzutage braucht man ja nicht mehr soviel Equipment. Da reicht beinahe schon ein Computer mit ein paar Programmen. Für die Drums haben wir uns aber in einem grösseren Studio eingemietet.
Was ist der Unterschied von „Can’t Stop“ zum Vorgänger „Everything ist good“?
Jürg: Der Sound an sich. Und wir haben schon letzten Sommer die Vorproduktion für einige Songs gemacht.
Frank: Wir hatten erstmals das Know-how um genau das zu machen, was wir machen wollen. Wenn man mit anderen Personen zusammenarbeitet, werden die Vorstellungen die man hat, selten vollständig erfüllt. Das wird dann meistens nur halb so wie erwartet.
Jürg: (zu Frank) Hey, du hast neue Schuhe! Du scheinst vom kommenden Erfolg von „Can’t Stop“ wirklich überzeugt zu sein.
Gelächter
Frank: Man kann sagen, dass die Produktion des neuen Albums am wenigsten Fremdeinfluss hatte. Es war noch kein Album so sehr HNO wie dieses.
Jürg: Wir hatten diesmal absolut keinen Druck.
Frank: Und wir hatten diesmal nur 15, 16 Songs zur Auswahl. Beim letzten mal waren es viel mehr.
Jürg: Wir sind ja jetzt nur noch drei Songwriter, bisher waren wir vier. Domi Schreiber ist ja zu William White ausgewandert.
Hat sich am Songwriting etwas verändert, zum Beispiel durch den Ausstieg von Domi?
Frank: Nein, Domi ist ja erst nach Fertigstellung des Albums ausgestiegen. Live könnte es eventuell ein Problem geben, das haben wir noch nicht getestet.
Es gab diese Trennungsgerüchte. Ist an denen was dran? Wenn ja, was?
Jürg: Ende der letzten Tour gab es Unstimmigkeiten. Wir hatten eine Art Tourkoller. Jeder wollte erst mal seinen eigenen Sachen nachgehen, was wir auch mit Erfolg machten. Trotzdem war das nächste Album da schon geplant.
Es brauchte seine Zeit, bis man sich dann wieder zusammengesetzt und ausgesprochen hat. Es galt Kompromisse zu finden. Wir haben ernsthaft diskutiert.
Wir spielten letztes Jahr über 50 Konzerte und konnten uns danach trotzdem keinen Rappen auszahlen. Du fährst mit dem Tourbus nach Hause und es bleibt nichts übrig. Dann hatten wir noch unsere Nebenprojekte, die gut laufen und sobald etwas erfolgreicher ist, will man da auch mehr Energie reinstecken.
Die neuen Songs waren aber so gut, dass wir unbedingt ein weiteres Album machen wollten.
Frank: Eigentlich hatten wir während der letzten Konzertsaison die neuen Songs schon parat. Das Album war bereits im November letzten Jahres zur Hälfte fertig.
Was sagt ihr zu meinem Vergleich mit „Smash Mouth“? Beleidigung, oder Kompliment?
Jürg und Frank: Das ist keinesfalls eine Beleidigung.
Jürg: Smash Mouth ist eine gute Band. So lange Vergleiche nicht vernichtend sind, im Sinne von „Das Album hätte es nun wirklich nicht gebraucht, klingt ja genau gleich wie...“ sind wir glücklich damit. Überhaupt freuen wir uns über jede Kritik und jeden Bericht eines Mediums. Egal wie gross oder klein. Bei den kleineren Medien sind die Schreiber ja oft noch näher dran und verstehen mehr von dieser Art Musik.
Frank: Ich finde Vergleiche sehr positiv. Man wird automatisch immer verglichen. Der Vergleich mit der Bloodhound Gang zum Beispiel. Ich habe zwar deren neues Album noch nicht gehört, aber ich kann mir vorstellen, dass das hinkommt. Mühsam ist es nur, wenn man 1:1 verglichen wird.
Überhaupt... In meinem Review auf BANDS habe ich euer Engagement und eure vermeintliche Erfolglosigkeit herausgehoben. Z.B. Beispiel kennt praktisch jeder den Song „I Don’t Care“, aber beim Namen HNO fragen viele „wer?“. Fühlt ihr euch missachtet?
Jürg: Ich sehe das nicht so. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir zuwenig zurück bekommen. Qualität setzt sich durch. Wenn man wie bei einer Band den Song, aber nicht den Bandnamen kennt, ist wohl das Marketing falsch.
Das vorherige Album „Everything Is Good“ ist ein gutes Album, aber es ist einfach zu wenig gelaufen. Und ein gutes Album reicht heutzutage einfach nicht.
Frank: Wir beweg(t)en uns auch in einem schwierigen Sektor. Für den Schweizer Markt sind wir irgendwie zu wenig poppig und für die Rocker sind wir wiederum zu wenig hart. Obwohl es auch Rocker gab, die „I Don’t Care“ mochten.
Jürg: Es ist ein verdammt schwieriges Umfeld. Du musst auch live einfach eine geile Band sein. In Deutschland ist es noch viel schlimmer. Ich finde, dass Bands mit einem grossen Deal auch wirklich etwas auf dem Kasten haben. Madsen zum Beispiel.
Was war das Schlimmste, was man euch je an Kritik an den Kopf geworfen hat?
Jürg: (grinst) Wir sollten im Frison, Fribourg mal als Support von Deus spielen. Weil aber der Sänger von Deus krank war, sollten wir die ganze Show alleine spielen. Ein Journalist schrieb dann in seiner Kritik, das sei als ob man in ein teures Restaurant gehe, Kaviar bestelle und dann Sardinen serviert bekommt.
Frank: Ja, das sind halt sehr undankbare Situationen. Im nachhinein hätte man so einen Gig vielleicht absagen sollen. Ist halt schon frustrierend für die, die nur wegen Deus an dieses Konzert kamen.
Eure letzte Platte war bei RecRec, jetzt seid ihr auf Fistfucker Records. Das ist euer eigenes Label, wie ich das verstanden habe, oder? Ist das für euch nach allen Erfahrungen die beste Lösung?
Jürg zeigt auf Frank.
Frank: Ich mache FFRecords seit ungefähr einem Jahr. Ich wollte etwas eigenes machen. Und als ich mit Bluesbueb keine Plattenfirma fand, die uns einen passenden Deal anbot, war das die beste Lösung.
Jürg: Wenn RecRec für ein weiteres Album ja gesagt hätte, wären wir wahrscheinlich geblieben. Aber jetzt, zusammen mit unserem neuen Vertrieb Namskeio wird das bestimmt gut. Es ist einfacher, wenn man alles selber im Griff hat.
Frank: Wir haben auch nicht viel verschickt, um eine andere Firma zu finden. Es ist besser zu handeln, solange die Songs, das Album und alles noch frisch ist, als zu warten und vertröstet zu werden. Es ist das erste mal, das unser Album sofort rauskommt. Vor drei Wochen waren wir noch beim Mastern und kurz davor noch mit Gesangsaufnahmen beschäftigt. Jetzt ist alles noch frisch, da hat man noch Begeisterung und Energie. Es ist wie bei den Songs, der neuste Song ist ja immer der Beste.
Aber in letzter Zeit hat RecRec gerade aus Luzern viele Sachen ins Repertoire aufgenommen, warum haben sie euch nicht behalten?
Jürg: Man muss zwischen Label und Vertrieb unterscheiden. Wir wurden ja von RecRec nicht nur vertrieben, sondern waren auf dem RecRec Label „Make Up“. Und diese haben in letzter Zeit ihre Labelaktivitäten sehr eingeschränkt. Dann kam das Vertriebsangebot von Namskeio und wir hatten das Gefühl wir müssten das einfach machen. Es war ein reiner Bauchentscheid. RecRec war damit einverstanden, da sie uns natürlich keine Steine in den Weg legen wollten.
Can’t Stop. Könnt ihr in Zukunft wirklich nicht mehr stoppen? Bzw. wird es für „Can’t Stop“ einen Nachfolger geben? Wie sehen eure Pläne, wie sieht eure Vision für die Zukunft aus?
Jürg: Jetzt stecken wir erst mal alle Energie in den Release von „Can’t Stop“, und warten die Reaktionen ab. In einem Monat müssen wir dann die Geschichte mit der Tour planen und entscheiden, ob es überhaupt eine Tour gibt.
Frank: Unsere Zukunft hängt auch sehr vom Ausland ab. Und es wird auch vom Label her schwieriger. Vielleicht bekommen wir ja ein paar gute Länderdeals. Das Ausland ist für uns sehr wichtig. Von den über 50 Konzerten im letzten Jahr, waren bestimmt 38 allein in Deutschland.
Jürg: Sobald man einen Monat auf Auslands-Tour geht, kommen schnell viele Konzerte zusammen.
Frank: In der Schweiz gibt es wenige Klubs für Bands wie HNO. Entweder sind sie zu gross, oder zu klein. Wir spielen zwar gerne auch in kleinen Klubs, aber wenn es zu eng wird...
Jetzt habt ihr schon gesagt eure Musik sei zuwenig poppig, bzw. zuwenig hart. Jetzt sagt ihr die Klubs seinen zu gross, oder zu klein. Heisst das, es gibt für HNO gar keine Nische?
Frank: Ich glaube doch. “I Don’t Care“ war zum Beispiel auch im Süddeutschen Raum bekannt. Auf unserer Tour kamen dann schon 150 Leute pro Konzert. Wir spielten auch schon um 17 Uhr nachmittags an OpenAirs mit 10'000 Leuten.
Jürg: Ich glaube, dass das neue Album qualitativ so gut ist, dass wir mehr Leute ansprechen und erreichen werden als bisher. Wie gesagt, Qualität setzt sich durch.
Was unsere Zukunft betrifft... es ist schon so, dass man es irgendwann einfach gesehen hat. Allerdings finde ich es wichtig, dass man mal durch das Ausland getourt ist und diese Erfahrung mal gemacht hat. Es ist einfach schwierig, dass auch die Qualität der Tour stimmt.
Es ist eine andere Sache in Deutschland. In der Schweiz sind wir fast schon zu verwöhnt. Wenn man eine CD hat, die einigermassen „verthebt“, ist es möglich durch Deutschland zu touren.
Abschliessendes Stichwort: Tokio Hotel
Überraschte Gesichter
Frank: Monsun ist ein guter Song.
Jürg: Für mich noch nicht so klar. Entweder wird’s eine geile Band, oder es besteht nur aus einem guten Marketing-Konzept.
HNO ist jedenfalls eine geile Band. Hoffen wir, dass das Marketing-Konzept für „Can’t Stop“ gut ist.
www.hno.ch




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