HIGHFISH

Der Fish sagt tschüss!
Am 14. August verabschieden sich die Luzerner Vorzeige-Rocker HIGHFISH in der Schüür von ihren Fans (warum sie sich verabschieden, könnt ihr hier nachlesen), natürlich lassen sie es dabei nochmals ordentlich krachen. Als Gäste haben sich die Highfishe zwei Brüder im Geiste eingeladen, The Toenails und The Lombego Surfers, welche musikalisch beide ebenfalls im hochoktanigen Bereich aktiv sind. Der Schweiss wird in Strömen fliessen und da am folgenden Mittwoch zumindest in Luzern ein arbeitsfreier Tag ist, wird das wohl auch für das Bier gelten.

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Wir wollen Highfish nicht ohne ein paar letzte Worte gehen lassen und haben deshalb Gitarrist Raphi Zingg (1.v.l.) ein paar Abschiedsfragen gestellt:

11 Jahre ist eine ganz schön lange Zeit. Inwiefern hat sich die Musikszene, so wie ihr sie erlebt habt, seither geändert und wie habt ihr euch als Band verändert?
Weil wir auch elf Jahre älter und erfahrener geworden sind in dieser Zeit, ist es gar nicht so einfach, die Musikszene von damals und heute zu vergleichen. Man betrachtet die „Szene“ aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Am Anfang – wir waren sechzehn – ist das ganze Geschäft irgend etwas undurchschaubares. Man ist hilflos irgendwo auf dem Land am proben und kommt dann vielleicht mal per Zufall an ein Konzert ran, nach einiger Zeit schafft man es vielleicht sogar, in Luzern selber zu spielen. Mit den Jahren lernt man mehr und mehr Bands und Leute kennen und es entstehen Netzwerke, die – so ist es nun einfach – für das Fortkommen einer Band nicht ganz unwesentlich sind. Heute erlebe ich die Beziehungen zwischen Bands unter sich und zu Veranstaltern und etwa Medien oder Labels in Luzern über weite Strecken als sehr positiv. Das Gemeinsame überwiegt irgendwelches Konkurrenzdenken. Aber ob das vor elf Jahren auch schon so war, kann ich nicht beurteilen.
Zur Entwicklung der Musikszene in den letzten elf Jahren in Luzern hat sicher das vielfältige Engagement von Radio 3fach beigetragen. Auch entstanden Plattformen wie zum Beispiel Bandorama, die die Unterstützung von Bands zum Ziel haben. Oder auch Little Jig Records oder andere Labels können viel dazu beitragen, wie die lokale Musikszene Luzern wahrgenommen wird.

Dein ganz persönliches Highlight in all den Jahren?
Es gibt da diverse Ereignisse in der Bandgeschichte, die als Highlights in Erinnerung bleiben. Den Sprungfeder-Sieg 1999 etwa und damit verbunden (und noch eindrücklicher als der Gewinn an sich) das Konzert im Finale in der proppenvollgestopften Schüür. Oder natürlich der Kick-Ass-Award 2003 und die anschliessende Videoproduktion zu „Rip Tide“.

Neben solchen Meilensteinen, die jeweils in den Band-Steckbriefen genannt werden, gibt es auch viele Highlights, die mit dem, was man gemeinsamen unterwegs erlebt hat, zu tun haben. Ganz speziell viel Spass gemacht hat unser einziger Auslandausflug vor ca. zwei Jahren, als wir in Holland und Deutschland zwei Konzerte gespielt haben. Das war zwar vom Zeit- und Benzinaufwand her unsinnig weit, aber gelohnt hat es sich trotzdem zu 100 Prozent. Das ist dann halt wie Ferien, einfach noch besser und spannender.

Dein Lowlight?
Ein Schock war natürlich, als Pirmin, unser Schlagzeuger seit es die Band gab, vor drei Jahren ausstieg. Im ersten Moment haben Elmar und ich kaum mehr ans Weiterbestehen von Highfish geglaubt. Zum Glück haben wir uns dann nochmals zusammengerauft und nach Kay, unserem heutigen Schlagzeuger gesucht.

Warum macht ihr eigentlich Schluss und nicht einfach eine Pause?
Tja, weil nun halt einfach wirklich Schluss ist. Eine Pause kam auch deshalb nicht in Frage, weil dies so oder so eine sehr lange Pause geworden wäre. Ich stelle mir vor, dass es schwierig ist, nach einer gewissen Zeit eine Sache wieder auferstehen zu lassen und dort weiterzufahren, wo man aufgehört hat. Vielleicht ist es manchmal besser, etwas so stehen zu lassen, wie es ist, und mit etwas Neuem anzufangen. Und nach elf Jahren schätzen wir auch ganz einfach die Freiheit, die uns dieser Schritt gibt; die Möglichkeit, Neues auf uns zukommen zu lassen.

Was kann man von den drei Highfishen musikalisch in Zukunft erwarten?
Ich bin ziemlich sicher, dass niemand von uns nun sein Instrument komplett an den Nagel hängen wird. Wohl wird kaum jemand gleich nach dem letzten Konzert am 14. August 2007 in der Schüür gleich mit einem nächsten grossen Projekt am Start sein. Der eine oder andere von uns hat auch immer schon mal nebenbei mal in anderen Projekten mitgemacht oder ausgeholfen. Ich selber spiel bei der lustigen Truppe „Guido Gangbang & The Flashing Blowjobs“ mit, ein gemeinsames Nebenprojekt von diversen luzerner Musikern. Damit sind wir Ende August noch ein Wochenende lang unterwegs (Daten: www.guidogangbang.blog.de). Also langweilig wird’s sicher nicht, irgend etwas wird immer laufen.

www.highfish.com
www.mx3.ch/artist/highfish