31. Januar 2006
CAMP - Interview, 27.01.2006

CAMP - Eben erst auf der Bühne der Rockwoche in der Roten Fabrik, jetzt im BANDS-Interview. Wer ein Faible für die gerade angesagte Mischung aus Indie-Rock und 80s-Pop hat, sollte weiterlesen.
Dominic Suter (voc, guit, key) und Raphael Rogenmoser (bs, voc) gründeten Camp während der Studienzeit in Zürich im Jahr 2003. Seit 1996 teilte Dominic seine Begeisterung zu den Sounds der Synthesizer Bands der 80er Jahre in verschiedenen Zürcher Projekten (unter anderem mit Arvild Baud, der seit längerem Karriere mit Waldorf macht). Raphael Rogenmoser war lange Sänger und Bassist in verschiedenen Indierock-Bands. Von Anfang an verbindet die Jungs ihre Liebe zu alternativer Rockmusik und dem Zürcher Clubleben. Zwei Wochen vor dem ersten Konzert im Winter '04, welches 20 Meter vom eigenen Proberaum in der Roten Fabrik entfernt stattfinden sollte, bekommt der ursprüngliche Schlagzeuger kalte Füsse. Der als Ersatz einspringende Drummer Tosho Yakkatokuo, berüchtigt für seinen „Yakkatokuo-Shuffle“, erweist sich als eigentlicher Glücksfall. Tosho blickt auf eine 25 jährige Profikarriere zurück und spielte bspw. kürzlich mit Philipp Fankhauser in Paris (er ist ausserdem einer der besten Sushiköche der Schweiz. Mehr Infos www.tosho.ch). Es gefällt ihm so gut, dass er ein festes Mitglieder der Band wird.
BANDS: Ich schreib im Review, dass "Iconography" deutlich von New Order, The Cure und Depeche Mode beeinflusst zu sein scheint. Das könnt ihr wohl nur schwer bestreiten... Aber was sind weitere, weniger offensichtliche Einflüsse eures musikalischen Schaffens?
Raphael: Diese Einflüsse bestreiten wir überhaupt nicht. Im Gegenteil legen wir sie auch im Pressetext offen. Das mit den Pixies (siehe Plattenkritik) stimmt übrigens auch. Natürlich mögen wir auch aktuelle Bands wie Interpol, Franz Ferdinand, Arcade Fire, Editors oder Maximo Park etc.. Wenn jedoch diese Bands die Musik beeinflussen dann eher indirekt. Beeinflusst haben uns aber sicher auch die unzähligen durchgetanzten Nächte in Zürcher Clubs.
Die 80s-Welle ist doch schon ein paar Jahre alt und es erstaunt, dass ihr meines Wissens (korrigiert mich wenn ich da falsch liege) die erste Band seid, die hierzulande ganz offen an die Sache ran geht und wie viele UK-Bands keinen Hehl daraus macht, auch "auf dieser Welle zu reiten". Hat das bandintern zu Diskussionen geführt? Oder war's einfach klar, dass ihr so klingen wollt wie ihr klingt?
Es erstaunt uns eigentlich selbst, dass wir unseres Wissens (korrigiert uns wenn wir da falsch liegen) die Einzigen sind. Wir sehen diese Art von Musik eigentlich weniger als Welle. Schliesslich arbeiten wir ja schon seit 2003 am Sound von Camp (Gut Ding will Weile haben). Darum hat es bandintern auch nicht zu grossen Diskussionen geführt. Wir mögen sowohl Gitarrenmusik wie auch elektronische Tanzmusik. Dass wir nun mit unseren Gitarren auch von Tanzclubs für Gigs angefragt werden, passt uns eigentlich ganz gut. Es gibt hier auch viele Leute, die gerne ein Konzert sehen und danach noch abtanzen wollen. Die Verbindung von Gitarren und Elektronik entspricht also einem Bedürfnis der Musiker wie auch des Publikums. Die "guten" Bands dieser so genannten "Welle" werden unserer Meinung auch noch länger bestehen bleiben.
In den 80ern gab es übrigens auch Wave Bands in der Schweiz. Vom Tages-Anzeiger wurden wir soeben mit Troppo verglichen. Leider kennen wir die nicht...
Das Album klingt, als ob ihr's selber - mit Laptop im Proberaum? - aufgenommen habt. Lieg ich da richtig? Wie viel Zeit habt ihr für die Produktion aufgewendet? Wie seid ihr bei der Produktion vorgegangen?
Das Album entstand am Computer im Proberaum. Im Laufe der Zeit entstanden wohl mehr als 70 Camp-Songs, welche Dominic geschrieben hat. Er nimmt alle Songs immer gleich auf. Der Rest der Band hört sich dann diese unzähligen Songs an. Gewisse sind von Beginn an toll, bei vielen Songs ist Potential vorhanden und der Rest der Band gibt seine Verbesserungsvorschläge an, einige Songs werden auch schon in ihren Anfängen erstickt. Gewisse Songs existieren bereits seit 2003. Andere sind ganz neu. Darum können wir nicht mehr genau sagen, wie lange die Produktion gedauert hat. Aber es steckt viel Arbeit dahinter.
Euer Label Alpine Chic war ja zuerst ein reines Netzlabel, euer Album ist erst das zweite "richtige" Album. Aber warum habt ihr euch überhaupt gegen einen reinen Netz-Release entschieden?
CDs produzieren macht ökonomisch für eine Band fast keinen Sinn mehr. Das ganze "Geschäft" ist aber immer noch darauf ausgerichtet: Ohne CD-Veröffentlichung keine Presse, ohne Presse keine Auftritte etc....
Was steht an? Video? Tour? Oder geht's euch wie vielen anderen CH-Bands: Gutes Album releast und dann wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwunden?
Auf unserer kleinen CH-Tour haben wir bereits 2 mal in Zürich, in Basel und in Luzern gespielt. Am 2. Februar folgt Bern und am 25. Februar folgt noch Baden. An weiteren Auftritten arbeiten wir noch. Die Bude rennen uns die Veranstalter trotz guter Presse ausserhalb von Zürich noch nicht ein. Im Sommer werden wir hoffentlich einige Festivals spielen. Ein Video ist momentan noch nicht geplant. Erstens kostet das Geld (oder zumindest viel Zeit). Zweitens werden ja kaum mehr Videos gespielt. Unsere Fans sind eher über 20 und voten nicht am Mittwoch Nachmittag per SMS für unseren Clip. Wäre natürlich trotzdem schön, einen Clip zu haben... mal schauen. Viel spannender wäre eine Platte mit Remixes unserer Songs, die dann auch auf der Tanzfläche gespielt würden. Es bestehen auch schon wieder genug Songideen. Die nächste Platte wird somit voraussichtlich Ende Jahr oder im nächsten Frühling erscheinen.
A propos andere CH-Bands: wie beurteilt ihr das gegenwärtige Musikschaffen hierzulande?
Es gibt eigentlich schon genug gute Bands. Schade, dass die wenigsten es ins Ausland schaffen. Favoriten sind DiscoDoom, Gabardine, Saalschutz, Favez, Chewy (gibt's ja leider nicht mehr), Fingerpoke, Waldorf, Seelenluft, Pola, Demolition Blues und Neviss. Über Bands, die wir nicht mögen, reden wir nicht (lacht).
Zum Schluss das beliebte entweder/oder-Spiel:
- Drumcomputer oder richtiges Schlagzeug?
Schlagzeug! - Delay oder Reverb?
Delay - Mascotte oder Abart?
Im Abart haben wir schon gespielt. Tolle Anlage! Das Mascotte veranstaltet in der letzten Zeit aber auch tolle Konzerte (Arcade Fire war der Hammer). Die Eintrittspreise sind aber eher gesalzen, ebenso die Bierpreise (7 CHF). Als Konsument also lieber Helsinki, Rüdiger, G5 oder Boschbar. Als Band würden wir aber an beiden Orten wieder auftreten. - Rockstar Magazine oder Loop?
Loop! Aber scho sicher! - 3fach oder Lora?
ähm... 3fach. Das Programm von Lora ist einfach zu diversifiziert. - Robert Smith oder Dave Gahan?
puuuhhhh... Dominic würde sicher Robert Smith sagen. Ich habe mir zum ersten mal Konzertkarten (für DM) ein halbes Jahr zum voraus gekauft. Die sind beide toll... - Joy Division oder New Order?
Da gibts für mich kein oder - Baschi (& The Fucking Beautiful) oder Baschi (der Musicstar)?
Die sind beide irgendwie nett und auch wieder nicht. Von der Einstellung her wohl eher fucking Baschi. So toll ist die Musik aber auch wieder nicht. Von dem her enthalten wir uns lieber...



Kommentare
cheap coach handbags
Price concessionscoach outlet
Very handsomecoach outlet store online
Durablecoach factory outlet
Fashion generousnfl jerseys suppliers
Cheap and good-lookingauthentic jerseys suppliers
Delicate and beautifulcheap coach bags
Comfortable generouscoach handbags outlet
Very fashionablecheap designer handbags
Comfortable and stylishcheap nfl jerseyscheap nfl jerseys
Unique designcoach bags on sale
Quick action bar